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3 Erkenntnisse aus dem Kantersieg gegen Bremen

FC Bayern vs. Werder Bremen
Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Der FC Bayern hat mit dem 6:1-Heimerfolg gegen Werder Bremen seine Bundesliga-Krise eindrucksvoll beendet. Die Flick-Elf ist mit zwei Pflichtspielsiegen in Folge wieder zurück in der Erfolgsspur. Wir beleuchten die drei wichtigsten Erkenntnisse aus dem Kantersieg gegen Bremen etwas näher.

Nach zuletzt zwei Bundesliga-Niederlagen gegen Leverkusen und Gladbach hat der FC Bayern gestern Nachmittag mit dem 6:1-Heimerfolg gegen Werder Bremen gezeigt, welches Potenzial und Qualität in der Mannschaft steckt. Allen voran Philippe Coutinho legte mit drei Toren und zwei Vorlagen eine echte Gala-Show hin.

Nachfolgend möchten wir die drei wichtigsten Erkenntnisse aus dem Nord-Süd-Derby etwas näher beleuchten.

1. Der FC Bayern unter Flick: Genie und Wahnsinn liegen dicht beieinander

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Mainz, Tottenham, Belgrad und Bremen, der FC Bayern hat in der laufenden Saison schon zahlreiche „Schützenfeste“ gefeiert und seine Gegner regelrecht deklassiert. Der deutsche Rekordmeister verfügt, vor allem in der Offensive, über so viel Qualität, dass solche Ergebnisse nicht verwunderlich sind. Selbst in den Spielen die man diese Saison verloren hat (Hoffenheim, Leverkusen und Gladbach), erspielte man sich zahlreiche Torchancen. Die mangelhafte Chancenverwertung macht den Bayern in dieser Saison jedoch deutlich zu schaffen.

Kurios ist auch die Tatsache, dass Joshua Kimmich & Co. keine richtige Konstanz finden. Bestes Beispiel hierfür sind die beiden Heim-Niederlagen gegen Hoffenheim und Leverkusen. Bei beiden Pleiten glänzten die Bayern unter der Woche in der Champions League, kassierten wenige Tage später in der Liga jedoch eine Niederlage.

2. Coutinho kann (deutlich) mehr, als er bisher gezeigt hat

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Man of the match gegen Bremen war zweifelsfrei Philippe Coutinho. Der Brasilianer war an fünf von sechs Toren direkt beteiligt. Seine Treffer zum 3:1 und 6:1 fallen beide in die Kategorie „Traumtor“. Coutinho hat gestern im wahrsten Sinne des Wortes gezaubert und damit nicht nur die eigenen Fans ins Staunen gebracht, sondern auch seine Mitspieler. Auch die Verantwortlichen in München zeigten sich nach der Gala-Vorstellung begeistert. Sportdirektor Hasan Salihamidzic sprach davon, dass der „Knoten endlich geplatzt“ sei. Hansi Flick überschüttete den Ballkünstler indes mit Komplimenten.

Mit der Leistung gegen Bremen hat Coutinho ein Ausrufezeichen gesetzt und zeitgleich die Messlatte für die kommenden Wochen und Monate. Die Erwartungen an den 27-jährigen Offensivspieler sind groß. Sollte Coutinho es schaffen in der Rückrunde mehr solcher Glanz-Auftritte zu absolvieren, dürfte den Verantwortlichen in München die Entscheidung über dessen sportliche Zukunft beim FCB deutlich einfacher fallen als zuletzt.

3. Die Bayern haben nach wie vor ein Abwehrproblem

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Auch wenn das Ergebnis gegen Bremen am Ende eindeutig ausfiel und der Sieg mit Blick auf die Chancenverteilung und Spielanteile vollkommen in Ordnung geht, war gestern Nachmittag bei weitem nicht alles perfekt. Vor allem die Tatsache, dass man erneut in Rückstand geraten war dürfte Hansi Flick (innerlich) ärgern.

Der zwischenzeitliche Führungstreffer von Bremen hat (zum wiederholten Male) aufgezeigt, dass die Bayern in der Defensive, vor allem in der Abwehrzentrale, Probleme haben gegen schnelle Gegenspieler. Jerome Boateng sah bei dem Treffer von Milot Rashica alles andere als gut aus. Der 31-jährige Abwehrspieler gehörte einst zu den schnellsten Innenverteidigern der Liga, kann das hohe Tempo mittlerweile aber nicht mehr mitgehen. Auch Javi Martinez hatte gegen Gladbach zuletzt deutliche Probleme in Sachen Schnelligkeit, die letztendlich zur Niederlage geführt haben. Während man in der Bundesliga solche „Defizite“ über 34. Spieltage hinweg halbwegs kaschieren kann, wird man in der Champions League dafür eiskalt bestraft.

Vor dem Hintergrund der beiden langfristigen Ausfälle von Lucas Hernandez und Niklas Süle, hat Hansi Flick in den kommenden Spielen keinerlei echte Alternativen in der Defensive. Es wird spannend zu sehen ob die Hernandez-Rückkehr im kommenden Jahr für mehr Stabilität in der Bayern-Abwehr sorgen wird.