Bundesliga

D-Day in der Bundesliga: Was entscheiden DFL und die Profiklubs heute?

DFL
Foto: Simon Hofmann/Bongarts/Getty Images

Die Deutsche Fussball-Liga wird heute mit den 36 Profiklubs aus der Bundesliga und der 2. Liga eine außerordentliche Mitgliederversammlung durchführen. Im Fokus dabei steht die Frage, wie die Liga mit der zunehmenden Coronavirus-Pandemie in den kommenden Wochen und Monaten umgehen soll.



Ab 11:30 Uhr tagen die DFL und die Profiklubs heute in einem Frankfurter Flughafenhotel und beschäftigen sich im Rahmen einer Krisensitzung wie man mit der aktuell prekären Situation umgehen kann. Dabei stehen drei Fragen im Fokus der Diskussionen:

1. Wann kann wieder Fussball gespielt werden?

Formell wird die DFL heute eine Bundesliga-Pause bis zum 2. April beschließen. Experten sind sich jedoch einig, dass dieser Zeitraum nicht ausreichen wird um die Corona-Pandemie „in den Griff“ zu bekommen.

Die Politik in einzelnen Bundesländern (u.a. Berlin und Hamburg) hat bereits, ohne Abstimmung mit der DFL, die Durchführung von Sport-Veranstaltungen bis zum 19. April untersagt. Davon betroffen sind auch die Spiele in der Fussball Bundesliga.

Stand heute kann niemand seriös beantworten wie intensiv bzw. wie lange die Corona-Krise das gesellschaftliche Leben in Deutschland noch einschränken wird. Somit wird es heute auch keine „langfristige Entscheidung“ geben wann wieder Fussball gespielt werden kann in der Bundesliga. Viele Klubs und Verantwortliche gehen mittlerweile davon aus, dass die laufende Saison nur noch unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu Ende gebracht werden kann.

2. Was passiert, wenn in der Bundesliga gar nicht mehr gespielt werden kann?

Die DFL und die Klubs werden sich heute jedoch auch mit dem schlimmsten Szenario beschäftigen müssen: einem vorzeitigen Saisonabbruch. Dieses Worst-Case-Szenario kursiert bereits seit Tagen in den Medien und wäre sowohl sportlich als auch wirtschaftlich ein Desaster für die Liga und die Klubs. Berichten zufolge belaufen sich die Verluste pro ausgefallen Spieltag auf 85 Mio. Euro. Gerüchten zufolge würde dies zu einem Beben in der Liga führen und mögliche Insolvenzen mittlerer und kleinerer Klubs mit sich bringen.

Um dieses Szenario abzuwenden, gibt es Überlegungen eine „Solidarfonds“ aufzusetzen, um kleineren Klubs finanziell unter die Arme zu greifen. Auch dieses Thema wird bei der heutigen Krisensitzung sicherlich zu Sprache kommen.

Wie geht es mit der EM 2020 und den internationalen Wettbewerben weiter?

Neben der Frage wie es mit der Bundesliga weitergeht, stellt sich derzeit auch die Frage was passiert mit der bevorstehenden Fussball-Europameisterschaft und den internationalen Wettbewerben? Beides kann die DFL nur bedingt beeinflussen.

Fest steht: in Sachen EURO 2020 sind sich die Klubs einig, dass diese nicht wie geplant vom 12. Juni bis 12. Juli stattfinden kann. Die Vereine „fordern“ eine Verschiebung des Turniers und auch der DFB wird morgen beim Krisengespräch mit der UEFA dafür plädieren.

Auch in Sachen Europapokal ist es derzeit offen wann und wie die Champions League und die Europa League fortgesetzt werden. Mit dem FC Bayern, RB Leipzig, Wolfsburg, Leverkusen und Frankfurt sind fünf Bundesligisten von dieser Frage direkt betroffen. Ähnlich wie bei der EM, kann die Bundesliga aber nur mittelbar ihre Wünsche/Forderungen einbringen und durchsetzen.