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3 Gründe warum es nur Gewinner beim Thiago-Wechsel gibt

Thiago
Foto: MIGUEL A. LOPES/POOL/AFP via Getty Images

Nach monatelangen Diskussionen und Spekulationen hat Thiago Alcantara den FC Bayern in Richtung FC Liverpool verlassen. Viele Fans trauen dem 29-jährigen Spanier schon jetzt nach. Wir sind der Meinung, dass es dafür keinen Grund gibt und liefern 3 Gründe warum es nur Gewinner beim Thiago-Abschied vom FC Bayern gibt.

„Thiago oder nix“, mit diesen Worten hatte Pep Guardiola im Sommer 2013 die Ära des Mittelfeldstrategen an der Säbener Straße eingeläutet. Sieben Jahre später ist diese zu Ende gegangen. Thiago hat sich mit dem Triple verabschiedet und damit auf dem Höhepunkt seines Schaffens beim deutschen Rekordmeister. Mit Blick auf die aktuellen Rahmenbedingungen ist der Wechsel zum FC Liverpool eine Win-Win-Win-Situation für alle Beteiligten und wir liefern die entsprechenden Argumente dazu.

1. Thiago hat den FC Bayern in der Vergangenheit geprägt, ist jedoch nicht die Zukunft der Münchner

Der 29-jährige Spanier hat den FC Bayern in den vergangenen sieben Jahren maßgeblich geprägt. Auch wenn der Mittelfeldstratege nie wirklich unumstritten in München war, vor allem bei den Medien, sprechen seine spielerische Qualitäten für sich.

Die schlechte Nachricht: Seine Spielübersicht, sein Spielverständnis, sein Passspiel und seine Eleganz und Leichtigkeit im Spiel werden die Bayern nicht 1:1 ersetzen können. Die gute Nachricht: Das müssen sie auch nicht.

Die vergangene Saison hat bereits in Ansätzen gezeigt, dass die Bayern auch ohne ihr „Gehirn“ im Mittelfeld sehr gut funktionieren. Die neue Doppelsechs mit Joshua Kimmich und Leon Goretzka steht zwar für eine „andere Art von Fußball“, diese ist jedoch keinesfalls schlechter als jene mit Thiago auf dem Platz. Im Gegenteil, die beiden deutschen Nationalspieler sind läuferisch und in Sachen Zweikampfstärke sicherlich nochmals eine Schippe stärker als Thiago. Zudem strahlt vor allem Goretzka eine deutlich größere Torgefährlichkeit aus. Auch „Aggressiv-Leader“ Kimmich hat mit seinen „thiagoesken“ Pass zum 1:0 am Freitagabend gegens Schalke 04 gezeigt, dass er mehr als nur laufen, fighten und führen kann.

Zudem ebnet der Thiago-Weggang den Weg für all diejenigen, die derzeit in der Warteschleife stecken. Dies sind in erster Linie die beiden Youngster Adrian Fein und Mickaël Cuisance. Aber auch Corentin Tolisso, immerhin Weltmeister, wird durch den Abschied des Spaniers sicherlich profitieren. Die Bayern-Bosse hatten zuletzt immer wieder betont, dass der Franzose in der Lage sei das Erbe von Thiago anzutreten.

2. Die wirtschaftliche Vernunft hat zu Recht gewonnen

Sportlich schmerzt der Thiago-Abschied, finanziell haben die Bayern das „Maximum“ aus dem Transfer rausgeholt. Auch wenn die Münchner den Spanier mit 30 Mio. Euro „unter Wert“ verkauft haben (dessen Marktwert liegt laut transfermarkt.de bei 48 Mio. Euro), sollte man sich vor Augen führen, dass Thiago nur noch einen laufenden Vertrag bis Ende Juni 2021 an der Isar hatte. Mit Blick auf die angespannte wirtschaftliche Lage, ausgelöst durch die Corona-Krise, macht es auch für den FC Bayern einen großen Unterschied 30 Mio. Euro zu haben oder nicht. Zumal viele vergessen: Die Bayern sparen sich auch 10-12 Mio. Euro Gehalt pro Jahr.

Mit Blick auf die personelle Situation im Mittelfeld, können die Bayern die Thiago-Millionen an anderer Stelle sinnvoller einsetzen, zum Beispiel für einen nachhaltigen Pavard-Backup auf der Rechtsverteidiger-Position. Auch ein weiterer Flügelstürmer könnte nun wieder ein Thema an der Säbener Straße werden.

3. Reisende soll man nicht aufhalten

Die Verantwortlichen in München hatte zuletzt immer wieder betont, dass Thiago auf der Suche nach einer „neuen sportlichen Herausforderung“ sei. Auch wenn man, gerade nach dem CL-Sieg, schwer nachvollziehen kann, wo es dem Mittelfeldspieler in Zukunft besser gehen soll als in München, sind solche Ansprüche eines Profisportlers durchaus legitim und nachvollziehbar. Mit Ende 20 hat Thiago nicht mehr allzu viele Optionen, eine Vertragsverlängerung bei den Bayern wäre faktisch ein Vorgriff auf ein Karriereende beim Rekordmeister gleichgekommen. Dieser Gedanke scheint Thiago wohl intensiv beschäftigt zu haben. Anders lässt es sich kaum erklären, dass er zunächst einen unterschriftsreifen 4-Jahresvertrag mit den Bayern ausverhandelt hat, um kurze Zeit später wieder einen Rückzieher zu machen.

Man könnte stundenlang über Sinn und Unsinn dieses Transfers diskutieren, aber wozu, wenn man am Ende alle Seiten glücklich sind?