FC Bayern News

Özdemir attackiert Rummenigge: „Er hat das Interesse an einer attraktiven Bundesliga verloren“

Cem Özdemir
Foto: imago images

Grünen-Politiker Cem Özdemir hat sich zur aktuellen Debatte um die Verteilung der TV-Gelder kritisch über Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge geäußert. Der 54-jährige betonte dabei, dass Rummenigge kein Interesse an einer „attraktiven Bundesliga verloren hat“.

Özdemir hat sich als Mitglied der DFL-Taskforce Zukunft Profifußball im Gespräch mit dem „kicker“ nachdrücklich für eine Reform der TV-Geld-Verteilung ausgesprochen und dabei zeitgleich Karl-Heinz Rummenigge scharf kritisiert: „Mehrere Vereine haben ja einen Vorschlag für eine Neuverteilung der Fernsehgelder gemacht. Karl-Heinz Rummenigges heftige Reaktion darauf bedeutet in meinen Augen, dass er das Interesse an einer attraktiven Bundesliga verloren hat“.

„Dann stimmt etwas nicht“

Der 54-jährige ist zudem verwundert über die aktuelle Diskussionsgrundlage in der Bundesliga und vor allem über den jüngsten „G15-Gipfel“, bei denen bestimmte Klubs ausgeschlossen wurden: „Der Ausschluss der Vereine, die den Vorschlag gemacht haben, hat mich schon sehr verwundert. Ich glaube nicht, dass die Bundesliga ein Ort sein sollte, an dem man nicht mehr diskutieren darf. Wenn mir gestandene Vereinsfunktionäre sagen, dass sie sich nicht mehr trauen, Fehlentwicklungen anzusprechen, dann stimmt etwas nicht“.

Laut Özdemir geht es bei einer Reform der TV-Geld-Verteilung nicht darum, dass alle das Gleiche erhalten: „Niemand hat die Einführung des Sozialismus im Fußball gefordert, sondern dass der Erste künftig maximal das Doppelte des 18. erhält. Und da sind die Gelder aus der Champions League gar nicht drin“.

Der Bundestagsabgeordnete verwies zudem auf die englische Premier League, in der die Verteilung „schon heute viel ausgeglichener“ ist. Zudem würden auch Klubs wie die Bayern davon am Ende profitieren: „Die Stärkung der Nachwuchsarbeit etwa kommt doch auch den Bayern zugute, wenn ich daran denke, wie oft man in München von guter Ausbildung beispielsweise in Stuttgart profitiert hat“.