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Ernährung, Regeneration und Physiotherapie beim FC Bayern

Roberz Lewandowski
Foto: Lars Baron/Bongarts/Getty ImagesRoberz Lewandowksi

Der FC Bayern ist ein Traditionsverein, der alle Bereiche, die mit dem Sport zu tun haben, auf einem hohen Niveau professionalisiert hat. Was die Fans bei einem Spiel mitbekommen, ist nur ein kleiner Ausschnitt harter Arbeit. Wie werden Ernährung und Physiotherapie bei den Bayern gehandhabt? Und: Wie geht man im Verein mit Pausen und Regeneration nach Verletzungen um?



Ernährung der Bayern-Profis

Die Ernährung ist für alle Sportler ein wichtiger Faktor. Dies gilt besonders im Profibereich. Je ausgeklügelter das Konzept, desto besser die Leistungen auf dem Platz. Daher ist es wenig verwunderlich, dass es in diesem Bereich beim FC Bayern strikte Pläne gibt, die kleinste Details beachten.

Ein prominenter Koch für die Mannschaft

Dafür hat sich der Verein in Form von Fernsehkoch Alfons Schuhbeck echte Prominenz ins Haus geholt. Bei Champions-League spielen begleitet er die Mannschaft, darüber hinaus ist er als Coach im Bereich Ernährung tätig. Der Koch führt diese Tätigkeit bereits seit mehreren Jahrzehnten aus.

Der Kontakt besteht auch in breiter Öffentlichkeit: Bereits vor mehreren Jahren gab es eine Zusammenarbeit zwischen Schuhbeck, Uli Hoeneß (dem damaligen Präsidenten des FC Bayern) und McDonalds. Auf Basis seiner Tätigkeit für die Mannschaft hat Schuhbeck sogar Kochbücher herausgebracht.

Ernährung der Spieler: Was gibt’s beim Training und vor Spielen?

Neben den Büchern offenbaren Berichte und Interviews im Netz genauer, wie die Ernährung der Mannschaft konkret aussieht. Ein zentraler Punkt, der bei jeder Mahlzeit umfangreich integriert wird, ist die ausreichende Versorgung mit Eiweiß.

Zum Frühstück wird diese durch Eier (z. B. als Spiegelei), Joghurt und Quark gewährleistet. Bei den weiteren Mahlzeiten, also zum Mittag- und Abendessen, bekommen die Spieler viel Gemüse, Fleisch und Fisch auf den Teller.

Darüber hinaus wird auf gesunde Fette gesetzt. – Schuhbeck legt bei gleich mehreren Mahlzeiten Wert auf den Einsatz von Omega-3-Fettsäuren. Bei der Frage der Vitaminaufnahme geht die Planung ebenfalls bis ins Detail. So wird darauf geachtet, Gemüse und Obst so zu servieren, dass es viele Nährstoffe behält, also:

  • in Rohform (im Rahmen eines Salatbuffets oder püriert)
  • gedünstet (diese Garmethode ist bekannt dafür, dass die Produkte im Gegensatz zum Braten oder Kochen die Vitamine behalten)

Es wird versucht, aus den Zutaten den größtmöglichen Nutzen für die Körper der Sportler zu ziehen. Natürlich hat dies gleichzeitig einen kulinarischen Vorteil. So sind das Obst und Gemüse, das die Spieler zu sich nehmen, durch die Formen der Zubereitung besonders geschmacksintensiv und knackig.

Unterschiede werden in Details bei einem Blick auf die Ernährung an Trainingstagen und Spieltagen deutlich. Während vor einer Partie Kohlenhydrate jeder Art genutzt werden, um den Spielern ausreichend Energie für die folgenden 90 Minuten zu liefern, fällt die Wahl im Alltag auf Vollkornprodukte oder weniger hochkalorische Kartoffeln.

Unterschiede im Ernährungsalltag der Kicker

Natürlich müssen die Bayern-Stars in ihrem Privatleben gleichermaßen auf ihre Ernährung achten. Dabei werden einige Unterschiede und Besonderheiten zwischen und bei den Spielern deutlich. Über Robert Lewandowski ist bekannt, dass er auf Weizen und Milchprodukte verzichtet.

Zudem beginnt er seine Mahlzeiten mit dem Nachtisch. Leon Goretzka, dessen Vertrag kürzlich bis 2026 verlängert wurde, lebt glutenfrei.

Umgang mit Pausen und Verletzungen

Darüber hinaus ist es für die Mannschaft wie für jeden anderen Verein eine Herausforderung, den richtigen Umgang mit längeren Pausen und eine zielführende Regeneration der Spieler nach einer Verletzung hinzubekommen.

Umgang mit Pausen

Pausen bestehen vor allem zwischen Saisons. Im Jahr 2020 gab es jedoch eine besondere Zwangspause aufgrund der Corona-Pandemie. In dieser Zeit konnten die Spieler nicht vor Ort trainieren. Für eine zielführende Saisonvorbereitung ist dies alles andere als optimal.

Daher musste schnelle eine Alternative her. So wurde ein Trainingsprogramm entwickelt, dass die Spieler per Videoschalte in ihrem Zuhause absolvieren konnten. Verantwortlich hierfür waren der Fitnessleiter Holger Broich und Peter Schlösser. Dabei wurde äußerst kreativ vorgegangen. Manuel Neuer zum Beispiel nutzte die Wände für verschiedene Übungen.

Privat treiben die Bayern-Spieler in den Saisonpausen und währen der Corona-Pause ebenfalls viel Sport. Ein bekanntes Beispiel ist Leon Goretzka: Er hat über das Training mit der Mannschaft hinaus ein enormes Maß an Muskelmasse aufgebaut.

Foto: Adobe Stock, likoper (Symbolbild)

Das Trainieren in den Pausen hat für die Profis eine wichtige Bedeutung. Nur so kann sichergestellt werden, dass das Fitnesslevel gehalten wird. Dazu gehört unter anderem der Erhalt der Muskeln. Denn: Muskelmasse baut schnell ab.

Um hier ergebnisorientiert gegenzusteuern, gibt es mehrere Aspekte, die beachtet werden müssen. So haben Vergleiche gezeigt, dass ausschließliches Cardiotraining schlechter zum Erhalt der Muskeln geeignet ist als reines Krafttraining. Zweiteres sollte also in jedem Fall eine Rolle spielen. Zudem ist in den weniger aktiven Phasen eine ausreichende Kalorien- und Proteinzufuhr unabdingbar.

Im Fall der Bayern-Spieler haben diese Umstände eine besondere Bedeutung. Sie müssen, sobald die Saison beginnt, vom ersten Spiel an so fit sein, dass sie sich nicht überlasten, verletzen und in der Folge ausfallen.

Umgang mit Verletzungen

Der Umgang mit Verletzungen ist ebenfalls ein wichtiges Thema. Hier hat der FC Bayern eine sehr professionelle Herangehensweise, die gleich mehrere Ziele hat. Zum einen sollen Verletzungen bereits im Vorhinein durch bestimmte Maßnahmen vermieden werden, des Weiteren müssen verletzte Spieler schnellstmöglich wieder fit werden.

Beim Vermeiden von Verletzungen spielt die Analyse von Daten eine große Rolle. So wird versucht, durch die genaue Erfassung von unter anderem Sprüngen und Richtungswechseln der Spieler potenzielle Gefahren bereits frühzeitig zu erkennen.

Gleichzeitig wird in die Datenanalyse miteinbezogen, wie die Regeneration nach der Leistung fortschreitet. Dies gilt für Trainingseinheiten und Spiele gleichermaßen. So besteht eine Basis, um Maßnahmen zur Vermeidung und Vorbeugung zu ergreifen. Für die Datenanalyse ist bei der Mannschaft Soner Mansuroglu zuständig. Holger Broich spielt bei der Vorbeugung ebenfalls eine Rolle.

Falls dennoch eine Verletzung auftritt, wird hochprofessionell daran gearbeitet, den jeweiligen Spieler wieder auf die Beine zu bringen. Hierfür sind verschieden Abteilungen zuständig. Unter anderem gehört dazu ein Ärzte-Team. Mehrere Jahrzehnte lang war Dr. Hans-Wilhelm Müller Wohlfahrt der Mannschaftsarzt der Bayern. Aktuell besteht das Ärzteteam aus:

  • Dr. Peter Ueblacker
  • Jochen Hahne
  • Dr. Roland Schmidt

Darüber hinaus betreut ein Team von Physiotherapeuten die verletzten Spieler. Eine weitere Position spielt ebenfalls eine Rolle: Die des Reha-Trainers. Beim FC Bayern hat diese Thomas Wilhelmi seit über einem Jahrzehnt inne. Er führt die Spieler nach einer Verletzung langsam wieder an ihre Höchstleistungen heran.

Regeneration und Physiotherapie im Alltag

Jedoch nicht nur bei Verletzungen, sondern auch im Alltag der Spieler haben die Faktoren Regeneration und Physiotherapie eine Bedeutung. Dies gilt in besonderem Maße in leistungsintensiven Phasen.

Hier müssen die Physio-Therapeuten alles geben, damit sich die Spieler von den großen Strapazen erholen. Zum Team der Bayern in diesem Bereich gehören unter anderem:

  • Helmut Erhard
  • Gerry Hoffmann
  • Gianni Bianchi

Erhard nimmt die Funktion des Leiters ein, Hoffmann ist sein Stellvertreter. In eng getakteten Phasen, in denen zwischen den Partien nur wenig Tage Pause sind, kann ihr Aufgabengebiet eine echte Herausforderung darstellen. Denn selbst der Körper eines Profi-Fußballers kommt irgendwann an ein Limit, an dem eigentlich eine längere Pause nötig wäre, um Verletzungsgefahren zu minimieren.

Bei einem Blick auf das Leistungszentrum der Mannschaft fallen weitere Details auf. So gibt es dort eine Sauna, ein Dampfbad und eine Kältekammer. Über das Saunieren ist bekannt, dass es die Muskeln entspannt.

Foto: Adobe Stock, maroke (Symbolbild)

Gerade nach intensiven Trainingseinheiten kann dies regenerationsfördernd sein – ganz abgesehen von der entspannenden Wirkung, die eine Sauna auf das Gemüt hat. Die Kältekammer hilft ebenfalls bei diesem Vorgang.

Fazit

Schlussendlich lässt sich festhalten, dass die Bayern bei der Ernährung, der Regeneration und der Physiotherapie auf hochkompetentes Personal setzen. In jedem der Bereiche wird auf kleinste Details geachtet, um die Spieler bestmöglich auf die von ihnen erwarteten Höchstleistungen vorzubereiten.

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