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Rummenigge mahnt: “Der europäische Spitzenfußball braucht dringend eine Kurskorrektur”

Karl-Heinz Rummenigge
Foto: Getty Images

Der europäische Fußball hat in den vergangenen knapp zwei Jahren ein Tal der Tränen durchlaufen und hat dieses noch lange nicht überwunden. Die Corona-Krise hat die Klubs, egal ob klein oder groß, vor allem finanziell stark belastet. Ex-Bayern-Klubchef Karl-Heinz Rummenigge sieht in der aktuellen Lage jedoch auch eine Chance den Fußball in Europa wieder auf Kurs zu bringen.



In einem Gastbeitrag für die “WELT am Sonntag” hat sich Rummenigge für eine neue Finanzordnung im Klubfußball stark gemacht. Der 66-jährige fordert vor allem klare Sanktionen, welche juristisch belastbar sind.

Der langjährige Fußballmanager macht vor allem die aggressive Transferpolitik vieler Klubs in den vergangenen Jahren verantwortlich dafür, dass eine Vielzahl an Vereinen in Europas Top-Ligen hoch verschuldet sind: “In Europa wurde zu lange ein Dämon namens Transfermarkt gefüttert. Nach dem Bosman-Urteil von 1995 konnten erstmals Spieler nach Vertragsende ablösefrei wechseln. Dieses Szenario erzeugte bei den Vereinen eine solche Panik, dass die Spieler mit langfristigen und oftmals überteuerten Verträgen ausgestattet wurden.”

Rummenigge fordert festgelegte Ausgaben für Spielergehälter und Strafen bei Verstößen

Aus Sicht von Rummenigge hat sich die Spirale aussteigenden Ablösesummen und Spielergehältern zu lange gedreht und endete 2017 im 222 Mio. Euro Rekordtransfer von Brasiliens Superstar Neymar von Barcelona zu Paris Saint-Germain. Das Ziel muss es zukünftig sein die Ausgaben für Spielergehälter zu regulieren.

Für den ehemaligen Bayern-Boss steht es außer Frage, dass aktuelle Financial Fairplay “den großen Herausforderungen nicht gerecht werden kann”. Das FFP sei ein zahnloser Tiger, wie man zuletzt bei Manchester City gesehen hat. Die Engländer haben sich vor dem Europäischen Sportgerichtshof CAS erfolgreich gegen eine zweijährige CL-Sperre der UEFA gewehrt, welche man aufgrund von FFP-Verstößen erhalten hat. Die Einführung einer “Luxussteuer” hält Rummenigge für den welchen Weg, da die finanzstarken Investoren die Steuer für den sportlichen Erfolg gerne in Kauf nehmen werden.

Entscheidend wird es sein, dass die UEFA Regeln findet, welche im Einklang mit dem europäischen Recht sind. Nur so wäre man in der Lage nachhaltig und konsequent Verstöße ahnden und die Klubs zum Umdenken bewegen.