Chelsea lässt grüßen: Der FC Bayern und seine „Loan Army“

Felix Flechsig
Foto: IMAGO

Der FC Bayern hat im Sommer zahlreiche junge Talente an andere Klubs verliehen. Dort sollen die Eigengewächse Spielzeit sammeln und beweisen, dass sie das Niveau haben, eines Tages für den Rekordmeister aufzulaufen. Dieses Vorgehen erinnert, mit Blick auf die Anzahl der Leihen, ein wenig an den FC Chelsea.

Ganze acht junge Spieler hat der FC Bayern in den vergangenen Wochen an andere Vereine verliehen. Hinzu kommt der Langzeitaufenthalt von Alexander Nübel beim VfB Stuttgart. Damit hat sich der deutsche Rekordmeister eine Art „Loan Army“ aufgebaut. Das erinnert stark an den FC Chelsea. Der Londoner Topklub ist bekannt dafür, zahlreiche Spieler in ganz Europa zu verleihen. Bei den Blues hofft man ebenfalls, dass sich die Talente anderswo durchsetzen und eventuell den Schritt in die eigene erste Mannschaft schaffen, oder aber, für viel Geld verkauft werden können.

Dass ein solches Modell Sinn ergeben kann, zeigt schon jetzt die zweite Leihstation von Paul Wanner. Nachdem er sein Können in der vergangenen Saison beim SV Elversberg in der zweiten Liga unter Beweis stellen konnte, hat er jetzt den nächsten Schritt in die Bundesliga gewagt. Beim 1. FC Heidenheim hat er starken Saisonstart hingelegt. In drei Pflichtspieleinsätzen konnte der offensive Mittelfeldmann drei Tore und eine Vorlage beisteuern.

Vielversprechende Leihstationen für Bayern-Youngster

Neben Wanner haben auch einige andere Bayern-Youngster bei vielversprechenden Leihstationen aufgeschlagen. So zum Beispiel Frans Krätzig, der auf der Linksverteidiger-Position beim VfB Stuttgart schon drei Pflichtspiele absolvieren durfte.

Mit Armindo Sieb und Gabriel Vidovic sind gleich zwei Münchner Offensivtalente bei Mainz 05 gelandet. Über den Vidovic-Transfer sagte Sportdirektor Christoph Freund: „In den vergangenen Wochen hat sich Gabi auch bei uns in der Vorbereitung wieder sehr gut präsentiert und soll nun in Mainz die nächsten Schritte machen. Wir werden ihn auf seinem Weg weiter sehr eng begleiten.“

Außerdem verbringen Lovro Zvonarek (Sturm Graz), Bryan Zaragoza (CA Osasuna), Maurice Krattenmacher (SSV Ulm) und Gibson Nana Adu (Unterhaching) diese Saison bei fremden Vereinen.

„Alle Leihen machen Sinn“

Angesprochen auf die viele Leihgeschäfte mit vorwiegend jungen Spielern machte Sportvorstand Max Eberl diese Woche deutlich, dass die Münchner einen klaren Plan für jeden einzelnen Akteur verfolgen: „Der Campus ist für Christoph Freund und mich ein wichtiger Faktor. Wir wissen, wie wichtig die Talentausbildung ist, auch für die Identifikation. Mittlerweile findet man Wege, Spieler an Champions League-Niveau heranzuführen. Der Weg über Leihen ist gut. Alle Leihen machen Sinn, sie sind bei guten Vereinen, mit Richard Kitzbichler sind wir nah dran.“

Es wird spannend zu sehen, ob und welche Spieler über den „Leihweg“ den Sprung zu den FCB-Profis schaffen. Die Münchner haben in der Vergangenheit schon des Öfteren gezeigt, dass dieses Modell durchaus funktionieren kann. Spieler wie Philipp Lahm, David Alaba oder Toni Kroos haben allesamt bei ihren Leihstationen den Durchbruch im Profibereich geschafft und haben im Anschluss eine tragende Rolle beim Rekordmeister eingenommen.

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