BVB bei Schlotterbeck skeptisch: Tendiert er zum Bayern-Wechsel?

Tim Schoster

Nico Schlotterbeck gehört zu den zentralen Säulen in Dortmunds Defensive. Hinter den Kulissen mehren sich jedoch die Anzeichen, dass er andere Pläne verfolgt. Beim BVB wächst die Nervosität – und der FC Bayern bringt sich in Stellung.

Borussia Dortmund zweifelt zunehmend daran, den 25-Jährigen langfristig halten zu können. Laut der BILD denkt Schlotterbeck ernsthaft darüber nach, seinen bis 2027 laufenden Vertrag nicht zu verlängern. Ausschlaggebend sind demnach Zweifel an der sportlichen Perspektive des Klubs sowie eine gewisse Unzufriedenheit mit dem Spielstil unter Niko Kovač. Beim FC Bayern beobachtet man die Lage genau – Schlotterbeck steht dort seit Monaten auf dem Zettel, sein Gehalt wäre für den Rekordmeister problemlos zu stemmen. Zudem könnten sie die Titelambitionen des Nationalspielers erfüllen.

Der BVB hat dem Abwehrchef bereits ein verbessertes Angebot vorgelegt. Rund acht Millionen Euro Jahresgehalt stehen im Raum, doch das reicht nicht aus. Nach Informationen der Sport BILD fordert Schlotterbeck rund zehn Millionen Euro plus eine Ausstiegsklausel. Dortmund signalisiert Gesprächsbereitschaft – wohl auch, um zu verhindern, dass sich der Fall zu einem zweiten Lewandowski entwickelt, der die Dortmunder 2014 ablösefrei Richtung München verließ.

Die Bayern hingegen haben ihr Interesse bereits hinterlegt. Neben der Qualität des Nationalspielers sprechen auch strategische Gründe für einen möglichen Transfer. In München ist die Zukunft von Dayot Upamecano weiterhin offen, Minjae Kim ist umstritten und könnte verkauft werden. Schlotterbecks Profil mit einem starken linken Fuß, seine Passstärke und Robustheit machen ihn zu einem attraktiven Kandidaten für die Neuausrichtung in der Defensive.

Dortmunder Führung gibt sich betont ruhig

Lars Ricken
Foot: IMAGO/osnapix

Trotz der heiklen Gemengelage tritt die BVB-Spitze nach außen weiter gelassen auf. In der Sport BILD erklärte der Sportchef Lars Ricken: „Es ist sein absolutes Recht, seine Zukunft mit Bedacht zu planen. Das respektieren wir auch. Und ich bin der Meinung, dass dabei nicht das Gehalt im Vordergrund steht, sondern die Perspektive, das Vertrauen und die Überzeugung.“ Dennoch betonte er: „Wir werden da nicht in Hektik verfallen. Aber natürlich wollen wir es nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag ziehen.“

Schlotterbeck lässt sich mit seiner Entscheidung allerdings bewusst Zeit. Laut Sky will er frühestens im neuen Jahr über seine Zukunft sprechen. Neben den Bayern zeigen auch internationale Topklubs Interesse – doch das Duell scheint sich auf nationaler Ebene zuzuspitzen. Klar ist: Die Entwicklung rund um Dayot Upamecano dürfte bei Bayerns Planung eine wichtige Rolle spielen.

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