Die BILD hat ein ungewöhnliches Detail im Training des FC Bayern enthüllt – und dieses zeigt, wie akribisch Vincent Kompany aktuell arbeitet. Die Münchner Stars tragen seit Wochen hautfarbene Pflaster an den Ohrläppchen. Was steckt dahinter? Ein ausgeklügeltes Blutanalyse-System, das Bayern hilft, Verletzungen frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden.
Wer in den letzten Wochen die Trainingseinheiten an der Säbener Straße beobachtet hat, dem dürfte ein neues, unscheinbares Detail aufgefallen sein: hautfarbene Pflaster an den Ohrläppchen zahlreicher Bayern-Profis. Die BILD hat nun enthüllt, warum die Münchner zu dieser Methode greifen – und wie weit Kompanys Team im Hinblick auf Belastungssteuerung inzwischen geht.
Vor nahezu jeder Trainingseinheit werden den Spielern kleine Mengen Blut abgenommen. Der Zweck: Die Bayern wollen kontinuierlich Laktat- und CK-Werte (Creatinkinase) monitoren – zwei entscheidende Parameter zur Kontrolle der körperlichen Belastung. Während Laktat Rückschlüsse auf die Ausdauer- und Stoffwechselbelastung erlaubt, ist CK ein zentraler Marker für muskuläre Schäden. Ein erhöhter CK-Wert gilt als Frühwarnsignal für bevorstehende Verletzungen.
Effizientes Risikomanagement – kaum Muskelverletzungen beim FC Bayern

Anhand dieser Werte können die Bayern-Trainer individuell abgestimmte Einheiten gestalten. Droht Überlastung, wird das Pensum sofort reduziert, um muskulären Problemen vorzubeugen. Das System ist nicht neu – bereits unter Thomas Tuchel wurden CK-Werte regelmäßig gemessen –, doch Kompany setzt das Verfahren offenbar konsequenter und in höherer Frequenz ein.
Der Erfolg spricht für sich. In der laufenden Saison hat der FC Bayern kaum Muskelverletzungen zu beklagen. Kein einziger FCB-Star fehlt aktuell aufgrund eines muskulären Problems – ein in dieser Intensität bemerkenswerter Zustand, gerade mit Blick auf die vergangenen Jahre. Der Fokus ist klar: Eine Saison wie im Vorjahr, als Bayern im Champions-League-Viertelfinale gegen Inter Mailand ohne die halbe Stammbesetzung antreten musste, soll sich nicht wiederholen.
Die „Ohr-Piks-Methode“ bietet einen Vorteil: Sie ist schnell, effizient und kaum belastend. Die Daten landen direkt im Analyse-System der medizinischen Abteilung und ermöglichen eine präzise Steuerung der Belastung – und damit ein geringeres Verletzungsrisiko.
Auch die Langzeitverletzten profitieren vom aktuellen Aufbauprogramm. Jamal Musiala, der nach seinem Wadenbeinbruch mit mehreren Bänderverletzungen lange ausgefallen war, arbeitet bereits wieder intensiv auf dem Platz. Alphonso Davies (Kreuzbandriss) und Hiroki Ito (Mittelfußbruch) absolvieren sogar schon Teile des Mannschaftstrainings.
