So essen die Bayern-Stars: Ernährungschef erklärt das Erfolgsprinzip

Vjekoslav Keskic

Top-Leistungen auf dem Platz beginnen längst nicht mehr nur auf dem Trainingsplatz. Beim FC Bayern spielt auch die Ernährung eine zentrale Rolle. Verantwortlich dafür ist Melf Carstensen, Head of Nutrition beim deutschen Rekordmeister. Im Interview mit dem Mitgliedermagazin 51 gewährte er nun spannende Einblicke in den Alltag der Bayern-Profis – und räumte mit einem weitverbreiteten Mythos auf.

Carstensen macht deutlich, wo die Prioritäten liegen. „Das Wichtigste im Fußball ist das, was der Trainer mit der Mannschaft macht“, betont der Ernährungsexperte. Die Ernährung sei kein Allheilmittel, sondern ein unterstützendes Element. Aufgabe seines Teams sei es, wissenschaftliche Erkenntnisse so in den Alltag zu übersetzen, dass sie die sportlichen Ziele sinnvoll begleiten – ohne den Spielern ein starres Korsett aufzuzwingen.

Jeder Spieler isst anders – abhängig von Rolle und Belastung

Ein zentrales Prinzip beim FC Bayern lautet Individualisierung. „Es gibt kein Patentrezept“, stellt Carstensen klar. Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Position erheblich. Flügelspieler mit hoher Laufintensität benötigen eine andere Kohlenhydratversorgung als Torhüter, deren Belastungsprofil völlig anders aussieht. Hinzu kommen Faktoren wie Spielzeit, Regenerationszustand, Verletzungshistorie oder Neigung zu Krämpfen. All das fließt in die persönliche Ernährungsstrategie ein.

Vollverpflegung und klare Abläufe am Spieltag

Die Bayern-Profis werden rund um die Uhr versorgt. Mindestens zwei gemeinsame Mahlzeiten pro Tag gehören zum Standard, an Spieltagen steigt die Anzahl deutlich an. Mehr Spiele bedeuten mehr Energie – und damit vor allem mehr Kohlenhydrate. Ob Frühstück, Mittagessen, Pre-Match-Meal oder die Verpflegung direkt nach dem Abpfiff: Alles ist genau geplant und aufeinander abgestimmt.

Besonders wichtig ist dem Ernährungsteam die Konstanz. Das Spieltagsbüfett sieht immer gleich aus – unabhängig davon, ob die Bayern in der Allianz Arena, auswärts oder bei internationalen Turnieren wie der Klub-WM antreten. Shakes, Pfannkuchen und Pastastationen gehören fest dazu. „Vertrautheit schafft Sicherheit“, erklärt Carstensen. Gerade im Hochleistungsfußball könne ein bekanntes Umfeld entscheidend sein, um sich voll auf die eigene Leistung zu konzentrieren.

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