„Er liebt den FC Bayern“: Insider ordnet brisante Karl-Aussagen ein

Vjekoslav Keskic

Die traditionellen Fanclub-Besuche des FC Bayern gelten eigentlich als entspannte Pflichttermine in der Wintervorbereitung. Nähe zeigen, Autogramme schreiben, ein bisschen plaudern – selten entstehen dabei große Schlagzeilen. Am vergangenen Wochenende war das anders. Ausgerechnet Shootingstar Lennart Karl hat mit einer ungewohnt ehrlichen Antwort für erhebliche Unruhe im Bayern-Umfeld gesorgt.

Beim Besuch des Fanklubs Burgsinn wurde der 17-Jährige gefragt, welchen Verein er als seinen Traumklub sehe. Karl entschied sich nicht für die übliche, diplomatische Antwort, sondern für Offenheit. „Der FC Bayern ist ein sehr großer Verein. Es ist ein Traum, dort zu spielen. Aber irgendwann will ich auf jeden Fall mal zu Real Madrid. Das ist mein Traumverein, aber das bleibt unter uns“, wird der Offensivspieler von Sky zitiert.

Eine Aussage, die im kleinen Kreis vermutlich als ehrlicher Moment eines Teenagers durchgegangen wäre, entfaltete in der Öffentlichkeit jedoch eine ganz andere Wirkung. Dass Karl zugleich betonte, wie besonders der FC Bayern für ihn sei und wie viel Spaß er in München habe, ging in der Debatte fast unter. Hängen blieb vor allem der Satz über Real Madrid – und der passte für viele Fans nicht zum Selbstverständnis des Rekordmeisters.

Kritik aus den eigenen Reihen

Vor allem in den sozialen Netzwerken schlug Karl deutlicher Gegenwind entgegen. Auf X kritisierten zahlreiche Bayern-Anhänger den Youngster scharf. Der Vorwurf: mangelnde Identifikation, fehlendes „mia san mia“-Gefühl, zu frühe Gedankenspiele über einen Wechsel zu einem anderen europäischen Giganten.

Die Emotionalität der Reaktionen zeigt, wie sensibel das Thema beim FC Bayern ist – gerade bei Eigengewächsen oder Campus-Spielern, die als Identifikationsfiguren aufgebaut werden. Karl gilt als eines der größten Talente der letzten Jahre, sein sportlicher Aufstieg verlief rasant. Umso höher sind die Erwartungen an Haltung und Außenwirkung.

Romano ordnet die Situation ein

Lennart Karl
Foto: IMAGO

Um die erhitzten Gemüter zu beruhigen, meldet sich Transfer-Insider Fabrizio Romano zu Wort. Er beruft sich dabei auf Informationen aus dem direkten Umfeld des Spielers und stellt klar, dass Karls Aussagen nicht als Abkehr vom FC Bayern zu verstehen seien.

„Der Junge ist erst 17 Jahre alt. Er hat seine Gefühle sehr ehrlich ausgedrückt, aber er liebt es, beim FC Bayern zu sein. Er ist sehr stolz und will für den FC Bayern kämpfen“, erklärte Romano. Der Traum von Real Madrid existiere schon lange, habe aber keinen Einfluss auf Karls aktuelle oder mittelfristige Planung. „Er weiß, dass seine Gegenwart und seine Zukunft beim FC Bayern liegen. Irgendwann in ferner Zukunft ist es sein Traum, für Real Madrid zu spielen – mehr nicht.“

Diese Einordnung rückt die Debatte in ein anderes Licht. Viele Topspieler haben als Jugendliche von bestimmten Klubs geträumt, ohne dass daraus automatisch ein baldiger Abschied resultierte. Gerade bei einem 17-Jährigen ist es kaum überraschend, dass emotionale Wunschbilder existieren.

Für den FC Bayern bleibt dennoch eine Erkenntnis: Karl ist längst kein anonymer Nachwuchsspieler mehr, sondern eine öffentliche Figur, deren Worte Gewicht haben. Der Verein wird ihn auf diesem Weg begleiten müssen – sportlich wie medial.

Sportlich gibt es ohnehin keinen Zweifel an Karls Rolle: Er fühlt sich wohl in München, bekommt Vertrauen und Spielzeit und weiß, dass sein Entwicklungsweg beim FC Bayern liegt. Der Real-Traum ist aktuell nicht mehr als ein fernes Gedankenspiel – eines, das für Diskussionen sorgt, aber nichts an seiner aktuellen Bindung zum Rekordmeister ändert.

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