Der FC Bayern hat mit der Verpflichtung von Bara Sapoko Ndiaye ein weiteres Talent an sich gebunden, das perspektivisch für die Zukunft eingeplant ist. Sportlich profitieren die Münchner davon allerdings vorerst nicht. Der 18-Jährige steckt in einer Konstellation fest, die für alle Beteiligten unbefriedigend ist und den eigentlichen Sinn der Leihe zumindest kurzfristig infrage stellt.
Ndiaye ist bis zum kommenden Sommer von den Gambinos Stars Africa aus Gambia ausgeliehen. Der Offensivspieler gilt als körperlich stark, schnell und entwicklungsfähig – genau das Profil, das der FC Bayern immer wieder sucht. Doch noch bevor er überhaupt eine Chance bekommen kann, sich im Wettkampf zu zeigen, stößt der Transfer an eine harte regulatorische Grenze.
Sonderregel blockiert Einsatzmöglichkeiten
Der Knackpunkt liegt in Ndiayes Status als Nicht-EU-Ausländer. Aufgrund einer bestehenden Regelung darf der Angreifer weder in den Nachwuchsligen noch für die zweite Mannschaft des FC Bayern eingesetzt werden, wie die Sport BILD berichtet. Ausnahmen sind theoretisch möglich, gelten aber als äußerst selten und kommen in der Praxis kaum vor. Für Ndiaye ist eine solche Sondergenehmigung nach aktuellem Stand nicht in Sicht.
Ob den Verantwortlichen in München diese Reglung bekannt war, ist offen. Klar ist aber: Pflichtspiele im Trikot des deutschen Rekordmeisters für ihn auf absehbare Zeit nahezu ausgeschlossen. Zwar darf der 18-Jährige regulär trainieren, am Campus mitarbeiten und sich an das Niveau, das Tempo und die Anforderungen des Vereins gewöhnen. Doch ohne Spielpraxis auf Wettbewerbsniveau bleibt seine sportliche Entwicklung zwangsläufig ausgebremst.
Gerade für einen jungen Offensivspieler ist das ein heikler Zustand. Training allein kann echte Spielsituationen nicht ersetzen, schon gar nicht im Übergang vom Jugend- in den Erwachsenenfußball.
Keine realistische Perspektive bei den Profis
Die Verantwortlichen an der Säbener Straße haben keinerlei Hintergründe zu dem Deal bekannt gegeben. Lediglich den Hinweis, dass Ndiaye bei den Profis mit trainieren soll. Es ist nicht unüblich, dass junge Nachwuchsspieler vom eigenem Campus bei den Profis trainieren, ihre Spielpraxis jedoch in der zweiten Mannschaft in der Regionalliga sammeln. Dieses Szenario ist bei Ndiaye nicht möglich.
Theoretisch könnte er unter Vincent Kompany zum Einsatz kommen, der Weg in den Profikader ist aber extrem steinig. Die Offensive des FC Bayern ist prominent und hochklassig besetzt. Der Konkurrenzkampf ist brutal, Einsatzminuten werden hart erarbeitet und sind in der Regel etablierten Spielern vorbehalten. Für einen Leihspieler ohne Pflichtspielerfahrung im europäischen Profifußball gäbe es realistisch kaum eine Chance, sich kurzfristig ins Rampenlicht zu spielen.
Damit bleibt Ndiaye vorerst nur die Rolle des Trainingsgasts mit Perspektivstatus. Viel Lernen, viel Anpassung, aber keine Bühne. Für den Spieler ist das mental wie sportlich eine Herausforderung, für den Klub ein Balanceakt zwischen langfristiger Planung und kurzfristigem Stillstand.
Ob der FC Bayern mittelfristig eine Lösung findet – etwa über eine Anpassung der Leihkonstruktion, eine externe Zwischenstation oder eine regulatorische Ausnahme – ist derzeit offen. Klar ist jedoch schon jetzt: Die aktuelle Situation ist alles andere als ideal. Die Leihe von Bara Sapoko Ndiaye ist mit erheblichen Einschränkungen verbunden und droht, zumindest sportlich, zu einer Randnotiz zu werden.
