Mehr Schatten als Glanz? Neuer nur noch Mittelmaß im Torhüter-Ranking

Vjekoslav Keskic

Die neue Torhüter-Rangliste des kicker sorgt für reichlich Gesprächsstoff. Während Gregor Kobel von Borussia Dortmund erneut seine Sonderstellung untermauert, fällt Manuel Neuer im internen Bundesliga-Vergleich deutlich zurück. Für den Kapitän des FC Bayern ist es eine Einordnung, die mehr Fragen aufwirft als Antworten liefert.

Wie gewohnt hat der kicker in der Winterpause seine Rangliste des deutschen Fußballs veröffentlicht und dabei die Leistungen der Bundesliga-Spieler in der Hinrunde positionsspezifisch bewertet. Bei den Torhütern gibt es keinen Akteur, der das Prädikat „Weltklasse“ erhält. An der Spitze der Kategorie „Internationale Klasse“ steht jedoch klar Gregor Kobel.

Der Schweizer vom BVB überzeugt die Redaktion mit Konstanz, Präsenz und entscheidenden Paraden und lässt damit Peter Gulacsi von RB Leipzig hinter sich, der im Sommer noch ganz oben rangierte. Auf Platz drei folgt Oliver Baumann von der TSG Hoffenheim, der einen bemerkenswerten Sprung nach vorne gemacht hat und nun ebenfalls zur internationalen Klasse gezählt wird.

Neuer nur noch nationale Klasse – Debatte um DFB-Tor neu entfacht

Für Manuel Neuer fällt das Urteil deutlich nüchterner aus. Der 39-Jährige schafft es lediglich in die Kategorie „Nationale Klasse“ und rangiert dort sogar hinter mehreren Liga-Konkurrenten. Damit verliert der Bayern-Kapitän im Vergleich zur Sommerausgabe weiter an Boden, nachdem er damals noch als bester Keeper dieser Kategorie geführt worden war.

Die kicker-Einstufung passt nicht zu den zuletzt wieder lauter werdenden Forderungen nach einem Neuer-Comeback im Tor der deutschen Nationalmannschaft. Auffällig ist vielmehr, dass gleich mehrere deutsche Torhüter vor dem Bayern-Routinier eingeordnet werden. Noch bemerkenswerter: Mit Alexander Nübel, Noah Atubolu und Finn Dahmen fehlen gleich drei Keeper komplett im Ranking, die Bundestrainer Julian Nagelsmann zuletzt nominiert hatte.

Unterstützung erhält die kritische Sichtweise auf Neuer von Torwart-Legende Uli Stein. Beim Bayern-Schlussmann gebe es aktuell „mehr Fragen als Antworten“, so Stein. Die Diskussion um eine Rückkehr ins DFB-Tor solle seiner Ansicht nach beendet werden.

Für den FC Bayern ist das Ranking kein sportlicher Einschnitt, wohl aber ein weiteres Signal dafür, dass sich die öffentliche Wahrnehmung rund um Neuer verändert.

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