Beim Freundschaftsspiel in Salzburg gab es nicht nur Fußball zu sehen, sondern auch viel Rauch. Die Fans des FC Bayern hatten eine deutliche Botschaft parat und bringen den Klub damit erneut in Erklärungsnot.
Während die Münchner auf dem Platz eine ordentliche Partie ablieferten und mit 5:0 gegen RB Salzburg gewannen, sorgten die mitgereisten Anhänger auf den Tribünen erneut für Aufregung. Im Gästeblock zündeten die Bayern-Fans zahlreiche Rauchbomben und präsentierten ein unmissverständliches Banner: „Beim von der FCB AG präferierten Partner sehen wir Rot… FUCK RB!“ Neben dem bekannten Protest gegen den Red-Bull-Konzern dürfte die Aktion auch als direkte Antwort auf kritische Aussagen aus der Klubführung zu werten sein.
Zuvor hatte sich Vorstandschef Jan-Christian Dreesen bei einem Fanclub-Besuch in Neufahrn offen zu möglichen Konsequenzen geäußert. „Wir werden die Blöcke 111 bis 114 sperren müssen. Aber wir sind echt am Überlegen, ob wir die komplette Südkurve sperren. Das haben wir auch schon diskutiert, aber noch keine endgültige Entscheidung getroffen.“ Anlass ist eine UEFA-Strafe wegen Pyro unter anderem beim Champions-League-Spiel gegen Benfica im Dezember. Nun folgte die erneute, fast schon provokant wirkende Aktion der Münchner Fans mit Rauchbomben.
Ausschluss der gesamten Südkurve droht

Konkret betrifft die Sanktion zunächst etwa 4800 Plätze, die beim Heimspiel gegen Union Saint-Gilloise gesperrt bleiben. Doch es stehen deutlich weiterreichende Maßnahmen im Raum. Dreesen erklärte: „Das Problem ist, wenn ich jetzt die Blöcke 111 bis 114 sperre, dann verteilt sich das ja und es trifft in Teilen die Falschen. Wir könnten genauso sagen, wir sperren es komplett. Dann trifft es aber noch mehr Leute, die gar nicht beteiligt waren.“
Dreesen stellte dabei klar: „Wir wollen aber nicht zulassen, dass die, die es treffen soll, sich dann wie auch immer irgendwo anders Karten organisieren.“ Noch bis zum 6. Januar haben die Fans Zeit, dem Klub Vorschläge zu unterbreiten, um eine Komplettsperre der Südkurve abzuwenden.
Kommt es zu einem weiteren Vorfall, droht dem FC Bayern aufgrund einer laufenden UEFA-Bewährungsstrafe sogar der Ausschluss der gesamten Südkurve – inklusive Mittel- und Oberrang. Die neuerliche Pyroshow in Salzburg zeigt: Teile der aktiven Fanszene lassen sich durch drohende Strafen offenbar nicht einschüchtern. Auch wenn im Testspielkontext keine Strafe droht, wird die Aktion den Bayern-Bossen kaum entgangen sein.
