Lennart Karl hat mit einer öffentlichen Liebeserklärung an Real Madrid für Wirbel gesorgt. Nun reagiert eine deutsche Klub-Ikone der Königlichen und geht hart mit dem Bayern-Juwel ins Gericht.
Der 17-Jährige hatte bei einem Fanclub-Besuch in seiner Heimat erklärt: „Der FC Bayern ist ein sehr großer Verein. Es ist ein Traum, dort zu spielen. Aber irgendwann will ich auf jeden Fall mal zu Real Madrid. Das ist mein Traumverein.“ Die Aussage verbreitete sich schnell und rief nun auch eine Real-Legende auf den Plan: Gegenüber der Bild äußerte sich Uli Stielike kritisch zu Karls Worten.
„Ich empfinde die Äußerungen als nachteilig für den Jungen, denn damit macht er sich bei den Bayern, weder im Klub noch bei den Anhängern, Freunde“, so der frühere Weltklasse-Mittelfeldspieler. Stielike spielte zwischen 1977 und 1985 für Real Madrid und gewann mit den Spaniern unter anderem drei Meistertitel.
Er rät dem Nachwuchsspieler zur Geduld: „Zudem finde ich, sollte er erst mal über einen längeren Zeitraum zum Stammspieler reifen und den Sprung ins Nationalteam schaffen. Es bleibt also noch ein gutes Stück Weg für ihn zu gehen.“
Fan-Frust und prominente Gegenstimmen

Die Reaktion unter den Bayern-Anhängern fiel zum Teil heftig aus. In Onlineforen und auf Social Media machten viele ihrem Ärger Luft. „Er kann den Verein auch heute noch verlassen. In München ist kein Platz für Verräter“, schrieb ein User. Andere zeigten sich enttäuscht: „Er hat sich jetzt schon keinen Gefallen damit getan. Aber gut zu wissen. Sein Trikot würde ich nicht mehr kaufen!“ Auch Karls Alter wurde mehrfach thematisiert. Nicht als Entschuldigung, sondern als Warnung: „Bei sowas merkt man einfach sein Alter. So eine Aussage ist nicht besonders klug und kann viel Sympathie kosten.“
Gleichzeitig gab es auch Zustimmung für die offene Kommunikation des Talents. Bernd Schuster, der zwischen 1988 und 1990 das Trikot von Real trug, lobte gegenüber der Bild: „Ich finde es toll, dass Lennart Karl das so klar geäußert hat. Man soll doch seinen Träumen nachgehen – auch als Fußballer. Das ist ein gutes Zeichen, weil es zeigt, dass man bis an die Weltspitze gehen möchte. Wo das am Ende hinführt, ist jetzt noch nicht abzusehen.“
Ex-Nationaltorhüter Bodo Illgner, der Real zwischen 1996 und 2001 angehörte, erinnerte daran, wie wichtig der richtige Moment für einen solchen Wechsel sei. „Ich war 29 Jahre, als ich von Köln zu Real gewechselt bin. Für mich war es der ideale Zeitpunkt. Zum einen von der Reife und von meiner Erfahrung her, zum anderen von der Situation damals bei Real. Das ist immer entscheidend für einen solchen Wechsel“, erklärte der zweimalige Champions-League-Sieger.
Illgner betonte: „Es kommt weniger auf das Alter an, das hat man zum Beispiel an Jude Bellingham gesehen, der schon sehr jung dorthin gekommen ist. Es kommt viel mehr auf die Umstände an. Wenn die Position stimmt, die gebraucht wird und man auch die Unterstützung des Trainers hat, sind das ganz wichtige Faktoren.“
