Oliver Glasner deutet einen schnellen Winter-Abschied von Marc Guéhi. Der Engländer wird auch intensiv beim FC Bayern gehandelt. Schlagen die Münchner im Januar zu?
Die Aussagen von Oliver Glasner haben in der Transferwelt für neue Bewegung gesorgt – und sie sind auch an der Säbener Straße aufmerksam registriert worden. Der Trainer von Crystal Palace hat offen eingeräumt, dass ein Abschied von Marc Guéhi früher kommen könnte als bislang angenommen. Für den FC Bayern ist das eine Entwicklung, die man zumindest genau beobachten dürfte.
Eigentlich galt es lange als ausgemacht, dass Guéhi Crystal Palace frühestens im Sommer verlassen würde. Sein Wechsel zum FC Liverpool war am Deadline Day im vergangenen Sommer bereits ausgehandelt, scheiterte jedoch in letzter Minute an der fehlenden Möglichkeit der Eagles, noch einen Ersatz zu verpflichten. Guéhi blieb – professionell, leistungsstark und ohne sichtbaren Frust.
Glasner relativiert Palace-Pläne – Bayern hört mit

Bis zuletzt gingen viele davon aus, dass Palace den 25-Jährigen mindestens bis zum Saisonende halten kann. Glasners jüngste Aussagen zeichnen nun jedoch ein anderes Bild. Der Österreicher machte klar, dass bei einem auslaufenden Vertrag wirtschaftliche Faktoren irgendwann schwerer wiegen als sportliche. Sollte ein großes Angebot auf den Tisch kommen und Guéhi selbst einen Wechsel forcieren, sei ein Verkauf kaum zu verhindern. „Es ist so, dass der Vertrag im Sommer ausläuft, und wenn jetzt jemand kommt, wird es einen Moment geben, in dem der Verein sagt: ‚Jetzt ist der finanzielle Nutzen wichtiger als der sportliche Nutzen.“
Genau diese Offenheit verändert die Lage – auch aus Sicht des FC Bayern. Die Münchner sondieren den Markt seit Monaten nach Optionen für die Innenverteidigung und hatten Guéhi bereits vor geraumer Zeit auf dem Radar. Der englische Nationalspieler bringt genau das Profil mit, das in München geschätzt wird: Führung, Tempo, Zweikampfstärke und internationale Erfahrung.
Guéhi und Bayern: unrealistisch – oder doch eine Option?
Zwar gelten Klubs wie Manchester City oder Real Madrid als prominente Mitbewerber, doch ein möglicher Winter- oder Sommertransfer ist längst nicht mehr nur eine theoretische Gedankenspielerei. City drückt aufgrund von Verletzungssorgen in der Defensive besonders aufs Tempo, während Real Madrid laut spanischen Medien noch zögert.
Für den FC Bayern ergibt sich daraus eine interessante Konstellation. Mit der bevorstehenden Vertragsverlängerung von Dayot Upamecano hätten die Münchner zwar eine wichtige Personalie geklärt, dennoch ist die langfristige Kaderplanung in der Innenverteidigung nicht abgeschlossen. Minjae Kim gilt weiterhin als Verkaufskandidat und genau hier könnte ein Spieler wie Guéhi ins Profil passen.
Ein sofortiger Vorstoß der Bayern gilt nicht als wahrscheinlich, aber ausgeschlossen ist er ebenfalls nicht. Sollte Palace tatsächlich bereit sein, im Winter zu moderateren Konditionen zu verkaufen, würde sich für Max Eberl und Christoph Freund eine strategische Gelegenheit ergeben. Zumal Guéhi trotz seines Alters bereits Kapitän ist und Führungsqualitäten mitbringt – ein Faktor, der in München traditionell hoch bewertet wird.
Klar ist: Oliver Glasner hat mit seinen Aussagen die Tür geöffnet.
