Hinter der sportlichen Zukunft von Manuel Neuer beim FC Bayern steht weiterhin ein großes Fragezeichen. Der Kapitän des Rekordmeisters liefert mit 39 Jahren noch immer konstant auf hohem Niveau ab, hat sich aber bislang nicht festgelegt, ob er seinen auslaufenden Vertrag noch einmal verlängert. Nun hat Sportdirektor Christoph Freund erstmals offen über den internen Zeitplan gesprochen – und dabei einen klaren Rahmen gesetzt.
Für die Bayern ist die Ausgangslage eindeutig. Manuel Neuer soll die Entscheidung über seine Zukunft selbst treffen – ohne Zeitdruck, ohne Ultimatum. Christoph Freund machte deutlich, dass es beim Thema Neuer nie um klassische Vertragsmechanik geht, sondern um eine ganz persönliche Einschätzung des Spielers. Ausschlaggebend sei einzig die körperliche Verfassung des Torhüters.
Neuer wisse besser als jeder andere, wie sein Körper reagiert und was er leisten könne. Dass er in diesem Alter überhaupt noch auf höchstem Niveau spiele, bezeichnete Freund als außergewöhnlich. Genau deshalb wollen die Verantwortlichen dem Kapitän bewusst Raum geben. Dennoch haben die Münchner einen Zeitraum für eine finale Entscheidung ins Auge gefasst: „Von unserer Seite wird es keinen Druck und keine Frist geben, sondern nur offene Kommunikation. Daher ist es sinnvoll, den Zeitraum März/April anzustreben“, erklärte dieser im Gespräch mit der tz.
Neuer als Mentor: Urbig profitiert von einer Ausnahmerolle

Parallel zur eigenen Zukunft nimmt Neuer beim FC Bayern längst eine zusätzliche Rolle ein. Mit Jonas Urbig steht ein hochveranlagter Torhüter bereit, der behutsam an die Position der Nummer 1 herangeführt wird. Dass Neuer dabei immer wieder Spiele abgibt, wird intern nicht als Schwächung, sondern als Chance gesehen.
Freund betonte, wie professionell und selbstlos Neuer mit dieser Situation umgeht. „Manu befindet sich in einer anderen Phase seiner Karriere, aber er geht mit dieser Rolle außergewöhnlich gut um. Er unterstützt Jonas, tauscht sich viel mit ihm aus, sie setzen sich oft zusammen und reden. Das ist eine großartige Eigenschaft.“
Für den FC Bayern ist dieses Zusammenspiel ein Idealfall: Ein Weltklasse-Torwart begleitet seinen eigenen Nachfolger – besser könne man den Übergang kaum gestalten.
Ob Manuel Neuer noch ein weiteres Kapitel im Bayern-Trikot anhängt oder im Sommer einen Schlussstrich zieht, bleibt offen. Klar ist jedoch schon jetzt: Die Entscheidung wird nicht erzwungen. Der FC Bayern setzt auf Geduld – und auf einen der größten Spieler seiner Vereinsgeschichte.
