Wie lange ist Manuel Neuer noch die Nummer eins beim FC Bayern? Vor dem Auftakt ins Pflichtspieljahr 2026 sprachen Vincent Kompany und Max Eberl über die Perspektive von Jonas Urbig und über den Umbruch im Tor.
Im Rahmen der Pressekonferenz vor dem Bundesligaspiel gegen den VfL Wolfsburg äußerte sich Vincent Kompany ausführlich zur Torwartsituation. Dabei machte der Cheftrainer deutlich, dass die aktuelle Konstellation für ihn gut funktioniert: „Im Moment sehe ich die Kombination aus Manu und Jonas als ideal, auch für Jonas‘ Entwicklung. Manu hat Jonas schon sehr geholfen. Jonas hat auch schon einige sehr wichtige Spiele gemacht, in der Champions League und im Pokal. Wir haben gezeigt, dass wir Jonas vertrauen. Wie sich die Zukunft entwickelt, beschäftigt mich aktuell nicht. So wie es jetzt läuft, ist es perfekt.“
Auch Sportvorstand Max Eberl stärkte Urbig den Rücken: „Wir haben Jonas vor einem Jahr in Absprache mit Manu geholt. Wir sind sehr glücklich, diese drei Torhüter zu haben. Jonas profitiert enorm von den beiden erfahrenen Spielern. Wir haben ihm unser Vertrauen geschenkt und er hat es zu 100 Prozent zurückgezahlt. Wir haben großes Vertrauen in Jonas; wir glauben, dass er Großes leisten kann. Wir sind zuversichtlich, dass er eines Tages die Nummer eins beim FC Bayern wird.“
Neuer wankt, Urbig überzeugt

Trotz der klaren Hackordnung wirft die erste Saisonhälfte Fragen auf. Neuer bestritt 20 Pflichtspiele, blieb sechsmal ohne Gegentor und zeigte in der Bundesliga solide Leistungen. Doch insbesondere in den Topspielen offenbarte der 39-Jährige Schwächen. Mehrere Patzer, etwa gegen Arsenal, sorgten für Unruhe – ebenso wie eine weitere Muskelverletzung zum Jahresende. Es war nicht die erste im Jahr 2025.
Sein Vertrag läuft bis Sommer 2026, eine Verlängerung ist offen. „Manu hat viel für den FC Bayern geleistet. Er wird jetzt 40. Wir sprechen davon, dass er auf absolutem Top-Niveau spielt, was wirklich außergewöhnlich ist. Wir werden uns zusammensetzen und sehen, was als Nächstes passiert“, erklärte Eberl.
Während bei Neuer die Frage nach der Belastbarkeit lauter wird, sammelt Urbig Argumente. In fünf Einsätzen in der ersten Saisonhälfte kassierte er lediglich drei Gegentreffer, glänzte mit einer Paradenquote von 72,7 Prozent und blieb in drei Spielen ohne Gegentor. Seine durchschnittliche Bewertung liegt über der des Routiniers.
Noch spricht beim FC Bayern niemand offen über eine Wachablösung. Doch intern dürfte man genau beobachten, wie sich die Lage entwickelt. Urbig wurde als Zukunftslösung geholt, agiert inzwischen aber wie ein echter Herausforderer. Der Spagat zwischen Erfahrung und Aufbruch funktioniert aktuell – doch wie lange noch? Die Rückrunde könnte den entscheidenden Fingerzeig liefern, ob sich Jonas Urbig für die kommende Saison mehr als nur in Stellung bringt.
