Max Eberl hat sich vor dem Pflichtspielstart ins neue Jahr klar zu den aufstrebenden Talenten des FC Bayern geäußert. Der Sportvorstand sieht großes Potenzial, aber auch knifflige Entscheidungen.
Während die Bayern-Profis sich auf den Bundesliga-Restart gegen den VfL Wolfsburg vorbereiten, rücken auch die Nachwuchskräfte immer stärker in den Fokus. Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gab sich Eberl offen und betonte die individuelle Planung jedes Spielers: „Mit Christoph, Vinnie und mir gibt es drei Verantwortliche, die sich alle selbst durch den Jugendbereich hocharbeiten mussten. Wir gehen vorsichtig, aber auch umsichtig vor.“ Er verwies darauf, wie wichtig Spielpraxis für die Entwicklung der Youngsters sei. Laut Eberl sei der Weg jedes Einzelnen entscheidend für den nächsten Karriereschritt.
Besonders ein Name fiel dabei ins Gewicht: „Lennart Karl ist im Moment der aufgehende Stern.“ Der 17-jährige Offensivspieler überzeugte bereits mehrfach in der laufenden Saison und gilt als das Top-Talent im Bayern-Kader. Ihm wird eine tragende Rolle im Münchner Kader zugetraut.
Bei den anderen Talenten sind auch Leihen weiter denkbar, sofern sie den Spielern helfen, sich weiterzuentwickeln. „Es ist wichtig, dass sie Spielzeit bekommen, wenn wir sie verleihen“, betonte Eberl. Entscheidend sei dabei stets das richtige Umfeld. Als negativ Beispiel dient aktuell Jonah Kusi-Asare, der nach seiner Leihe zum FC Fulham bisher kaum Spielzeit sammeln konnte.
Individuelle Wege statt Einheitslösung

Im Wintertest gegen RB Salzburg hatten die Nachwuchsspieler zuletzt für Aufsehen gesorgt. Karl steuerte zwei Tore und eine Vorlage zum 5:0-Erfolg bei und unterstrich damit seinen Status als herausragendes Offensivtalent. Doch auch Felipe Chávez und David Santos Daiber nutzten ihre Minuten, um sich zu empfehlen. Chávez bereitete ein Tor vor und traf später selbst, während Santos Daiber im defensiven Mittelfeld mit Übersicht und Ruhe überzeugte.
Die Herausforderung für Trainer Vincent Kompany bleibt jedoch bestehen: Der Kader ist in vielen Positionen stark besetzt, die Einsatzzeiten hart umkämpft. Für Talente wie Chávez, der bei Bayern II und in der U19 mit starken Scorerwerten auffiel, bleibt das Pflichtspieldebüt weiter ein Ziel.
„Es ist wichtig, dass jeder Einzelne für sich den richtigen nächsten Schritt findet. Wir betrachten jeden Spieler individuell“, so Eberl weiter. Ein Satz, der verdeutlicht, dass Bayern keine pauschalen Lösungen anstrebt. Gerade für Spieler wie Santos Daiber, die bereits erste Bundesliga-Minuten sammeln konnten, geht es nun darum, sich dauerhaft im Profibereich zu etablieren.
Eberl betonte, wie wertvoll es sei, dass junge Talente bereits auf hohem Niveau gefördert werden: „Es ist großartig, solche Jungs in Salzburg spielen zu sehen und festzustellen, dass die Qualität vorhanden ist.“
