Mitten im Trubel um Lennart Karls Real-Aussagen hat sich nun auch Vincent Kompany geäußert. Der Bayern-Trainer nahm den Youngster dabei entschieden in Schutz.
Vor dem Rückrundenauftakt gegen den VfL Wolfsburg sprach Kompany auf der Pressekonferenz erstmals ausführlich über die Äußerungen von Lennart Karl. Der 17-Jährige hatte bei einem Fanclub-Besuch seinen Wunsch geäußert, eines Tages für Real Madrid spielen zu wollen – eine Aussage, die hohe Wellen schlug. Kompany rückte nun die Leistung und Einstellung des Offensivspielers in den Vordergrund.
„Ich versuche, das Ganze mit Abstand zu betrachten. Ich sehe das große Ganze und den Kontext – was macht ein 17-jähriger Lennart Karl jeden Tag: Er trainiert gut und sehr hart – wie viele 17-Jährige machen das? Er arbeitet extrem hart für die Mannschaft, liefert jeden Tag im Training, in Spielen und bei Besprechungen“, so Kompany.
Er betonte, dass Karl trotz seines jungen Alters bereits viel Professionalität zeige. „Vielleicht hat er einen kleinen Kommunikationsfehler gemacht, aber im größeren Zusammenhang: Er konzentriert sich auf die richtigen Dinge. Er hatte eine sehr gute Trainingswoche. Er hat sich seine Einsatzminuten wirklich verdient.“
Kompany der Einzige, „der nicht mit ihm darüber spricht“

Der Bayern-Trainer berichtete zudem, dass Karl unmittelbar nach der Diskussion selbst aktiv geworden sei: „Er hat sofort Christoph und Max angerufen und sich entschuldigt für das, was er gesagt hat.“ Kompany erklärte weiter: „Ich habe versucht, der Einzige zu sein, der nicht mit ihm darüber spricht. TikTok hat gesprochen, Instagram hat gesprochen, BILD hat gesprochen, Kicker, Sky, was auch immer, alle hatten eine Meinung. Also habe ich versucht, der Einzige zu sein, der nicht mit ihm darüber spricht. Seine Teamkollegen haben ihn ein wenig aufgezogen – das war lustig.“
Mit Blick auf Karls Trainingseinstellung wurde Kompany nochmals deutlich: „Wenn er schlecht trainiert, dann hat er ein Problem mit mir. Wenn er nicht 100 Prozent gibt, dann hat er ein Problem mit mir. Aber er hat das Gegenteil getan, er hat sehr gut trainiert und gespielt und sehr hart gearbeitet. Er hat sich entschuldigt. Für mich ist das in Ordnung.“
Auch Freund und Eberl nehmen Karl in Schutz
Bereits nach dem Testspiel in Salzburg hatten Christoph Freund und Max Eberl deutlich gemacht, wie der FC Bayern zu dem Vorfall steht. Freund erklärte gegenüber Servus TV: „Ich glaube, das ist der Lenny. Wer den Lenny kennt, weiß das. So spielt er auch Fußball! Er trägt sein Herz auf der Zunge. Der scheißt sich nichts, sagt man bei uns – auch auf dem Platz. Er redet wie ein 17-jähriger Bursche.“
Auch Sportvorstand Eberl betonte nach dem Spiel: „Ein 17-Jähriger darf auch mal Fehler machen. Er kam einen Tag danach zu uns und hat gesagt: Ich glaube, ich habe da etwas nicht so ganz Gutes gesagt. Für uns ist die Sache vom Tisch, es war auch nie Thema. Er zeigt seine Leistung auf dem Platz.“
Karls Auftritt gegen Salzburg unterstrich diesen Eindruck: Nach seiner Einwechslung gelangen ihm zwei Treffer sowie eine Vorlage – eine sportliche Antwort auf die Diskussion abseits des Platzes. Auch gegen Wolfsburg dürfte er seine Spielminuten bekommen und kann die negativen Stimmen weiter verstummen lassen.
