Kaderplanung beim FC Bayern: Eberl setzt auf „interne Transfers“

Vjekoslav Keskic

Während viele andere europäische Topklubs im Winter ihren Kader personell nachrüsten, halte sich die Bayern in Sachen Neuzugänge dezent zurück. An der Säbener Straße liegt der Fokus derzeit vor allem auf „internen Transfers“.

Im BILD-Podcast „Bayern-Insider“ macht Christian Falk deutlich, welchen Stellenwert eine mögliche Vertragsverlängerung von Dayot Upamecano beim FC Bayern hätte. Der französische Innenverteidiger steht sinnbildlich für die neue Transferlogik der Münchner. „Das wäre wirklich ein Riesenerfolg für Max Eberl und Christoph Freund“, betonte Falk und verwies darauf, dass Bayern damit nicht nur einen Leistungsträger bindet, sondern zugleich internationale Konkurrenz aussticht.

Upamecano hatte Begehrlichkeiten bei europäischen Top-Klubs geweckt, doch die Bayern stehen unmittelbar vor einer Vertragsverlängerung. Falk bestätigt, dass nur noch „Kleinigkeiten“ zu klären seien. Gerade im Kontext der defensiven Kaderplanung ist diese Personalie von enormer Bedeutung.

BILD-Reporter Heiko Niedderer ordnet indes die Gehaltsdimension ein und machte deutlich, dass Upamecano wieder in eine Region vorstößt, die Bayern eigentlich reduzieren wollte. Dennoch herrscht intern Einigkeit darüber, dass seine Leistungen diese Investition rechtfertigen. „Bei Upamecano kann man das sicherlich rechtfertigen. Der ist ein Top-Verteidiger“, so Niedderer. Genau darin liegt der Kern der neuen Bayern-Strategie: Qualität halten, statt sie teuer ersetzen zu müssen.

Gnabry, Peretz und der Fokus auf Stabilität

Serge Gnabry
Foto: IMAGO

Neben Upamecano wurde im Podcast auch über Serge Gnabry gesprochen, dessen Vertrag ebenfalls verlängert werden soll. Falk verrät, dass Gnabry wohl einen neuen Kontrakt bis 2028 erhält, allerdings unter veränderten Vorzeichen. „Er wird verzichten“, stellt Falk klar und machte deutlich, dass der Flügelspieler künftig nicht mehr zur absoluten Gehaltsspitze gehören wird.

Niedderer bewertet diese Entwicklung als folgerichtig. Gnabry habe sportlich immer wieder gezeigt, welches Niveau er erreichen könne, doch Konstanz bleibe ein Thema. Dennoch sei er für den FC Bayern weiterhin ein wertvoller Spieler. „Es steht ja außer Frage, dass er ein Top-Spieler ist“, so Niedderer und betonte, dass eine Verlängerung zu angepassten Konditionen für beide Seiten sinnvoll sei.

Abgerundet wird das Bild der internen Transfers durch die Leihe von Daniel Peretz. Der Torhüter soll sich in England Spielpraxis holen, welche er in der Hinrunde beim Hamburger SV nicht bekommen hat.

Der FC Bayern verfolgt damit konsequent einen Kurs, der Ruhe in den Kader bringen soll. Vertragsverlängerungen werden nicht als Nebensache behandelt, sondern als zentrale Bausteine der sportlichen Zukunft.

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