Bayerns Nachwuchs überzeugt beim Testspiel gegen Salzburg: Karl glänzt, Chávez und Santos Daiber drängen auf mehr Einssatzeiten.
Der Testspiel-Auftritt des FC Bayern bei RB Salzburg hat Vincent Kompany vor eine ebenso angenehme wie knifflige Aufgabe gestellt. Beim souveränen 5:0-Erfolg rückte einmal mehr Lennart Karl in den Fokus, doch der 17-Jährige war längst nicht der einzige Youngster, der nachhaltig Eindruck hinterließ. Auch Felipe Chávez und David Santos Daiber nutzten ihre Minuten, um ein deutliches Signal in Richtung Profikader zu senden.
Karl war erneut der herausragende Akteur. Zwei Tore und eine Vorlage unterstrichen eindrucksvoll, warum der Offensivspieler aktuell als größtes Bayern-Juwel gilt. Doch spätestens nach dem Seitenwechsel bekam er starke Unterstützung. Chávez fügte sich nahtlos ein, suchte immer wieder die Kombination mit Karl und belohnte sich für seinen mutigen Auftritt gleich doppelt: Erst legte der peruanische Nationalspieler Karl in der 71. Minute mustergültig auf, nur vier Minuten später traf Chávez selbst nach Vorarbeit des Shootingstars.
Santos Daiber überrascht im Zentrum mit Reife und Ruhe

Bereits im ersten Durchgang hatte ein anderer Name für Aufsehen gesorgt. David Santos Daiber agierte im defensiven Mittelfeld so abgeklärt, dass man ihm seine Rolle als Jugendspieler kaum anmerkte. Neben Leon Goretzka ordnete der 18-Jährige das Spiel, bot sich ständig an und überzeugte mit sauberem Passspiel sowie kluger Positionierung. Sein wichtigster Moment kam in der 33. Minute, als er einen gefährlichen Abschluss der Salzburger kurz vor der Linie blockte.
Für Santos Daiber war es ein weiterer Fingerzeig, dass er nicht nur im Nachwuchs, sondern auch auf Profinniveau bestehen kann. Bislang stehen lediglich 18 Bundesliga-Minuten zu Buche, gesammelt beim 4:0-Erfolg in Heidenheim. Der Auftritt in Salzburg dürfte seine Argumente deutlich gestärkt haben.
Förderung oder Hierarchie?
Genau hier liegt das Luxusproblem für Vincent Kompany. Der Bayern-Coach verfügt im Mittelfeld und in der Offensive über eine enorme Dichte an etablierten Topstars. Spielzeit für Talente wie Chávez oder Santos Daiber ist daher schwer zu planen, vor allem in Pflichtspielen. Chávez wartet trotz starker Quoten bei Bayern II und der U19 – drei Tore und zwei Assists in dieser Saison – weiterhin auf sein Pflichtspiel-Debüt bei den Profis.
Doch die Eindrücke aus Salzburg erhöhen den Druck auf den Trainer spürbar. Karl ist ohnehin längst mehr als nur ein Perspektivspieler, und auch Chávez sowie Santos Daiber haben gezeigt, dass sie bereit sind, den nächsten Schritt zu gehen. Setzen sie diese Leistungen im Training und im Nachwuchs fort, wird es für Kompany immer schwieriger, an weiteren Profi-Einsätzen vorbeizukommen. Das Bayern-Problem ist diesmal kein Mangel – sondern ein Überfluss an Talent.
