An der Stamford Bridge soll mal wieder ein Umbruch eingeleitet werden und der beginnt auf der Trainerbank. Chelsea vertraut dabei einem Coach, der nicht nur als großes Talent gilt, sondern auch Assoziationen zum Münchner Cheftrainer Vincent Kompany weckt.
Die Parallelen sind nicht zu übersehen: Der neue Chelsea-Trainer Liam Rosenior steht wie Bayerns Cheftrainer für einen frischen Trainertyp, der moderne Spielideen mit klarer Ansprache verbindet. Der frühere Verteidiger gilt als flexibel, entwicklungsorientiert und taktisch klug. Zudem passt Rosenior ideal ins BlueCo-Modell: jung, formbar und bereits erprobt bei Racing Straßburg, das wie Chelsea zum selben Klub-Netzwerk gehört.
Auch sein ehemaliger Förderer Acun Ilicali sieht eine Verbindung zu Bayern: „Teil einer sehr jungen Trainer-Generation, die im Weltfußball nun sehr erfolgreich sind“, sagte der Klubbesitzer über Rosenior und zog einen direkten Vergleich zu Vincent Kompany.
Kritik in Straßburg, Skepsis in London

Die Verpflichtung verlief allerdings nicht ohne Reibung. Straßburg verlor seinen Coach mitten in der Saison, der Protest folgte prompt. Die örtliche Fanvereinigung sprach von einem „demütigenden Schritt der Unterwürfigkeit“. Und auch in London zeigen sich Teile der Anhängerschaft unzufrieden. Die Gruppe „Not a Project CFC“ bemängelte zuletzt, Chelsea entwickle sich „weniger wie ein Eliteverein und mehr wie eine Spieler-Handelsfarm“.
Rosenior lässt sich davon nicht beirren. „Das Potenzial – ich glaube, das Potenzial ist beängstigend. Ich möchte keine einzelnen Spieler herauspicken, denn jedes Mitglied dieses Teams ist in meinen Augen Weltklasse. Ich möchte sie einfach verbessern“, erklärte er zum Start.
Die Herausforderung ist groß: Chelsea ist seit fünf Ligaspielen ohne Sieg, zuletzt gab es ein 1:2 gegen Fulham. Auch Interimstrainer Calum McFarlane konnte keine Wende herbeiführen. Nun soll Rosenior bei seinem Debüt im FA Cup gegen Charlton Athletic erste Akzente setzen.
Lob für seine Fähigkeiten kommt von prominenter Seite. Wayne Rooney sagte in seinem BBC-Podcast: „Liam war so wichtig für mich. Er war unglaublich in seinen Fähigkeiten als Trainer. Ich war eher der Manager und kümmerte mich um die Spieler und alles andere.“
Ob Rosenior bei Chelsea einen ähnlichen Einfluss nehmen kann wie Kompany beim FC Bayern, werden die nächsten Monate zeigen. Die Philosophie jedenfalls ist vergleichbar.
