Provokante Plakate! Bayern-Ultras reagieren auf Südkurven-Sperre

Vjekoslav Keskic

Nach Pyro-Zoff sperrt der FC Bayern die Südkurve komplett. Die Ultras reagieren provokant – der Konflikt spitzt sich zu.

Der FC Bayern hat nach den jüngsten Pyro-Zündeleien seiner Fans in der Champions League die Reißleine gezogen. Für das nächste Heimspiel in der Königsklasse gegen Royale Union Saint-Gilloise kommende Woche (21. Januar) wird die Südkurve der Allianz Arena vollständig gesperrt. Damit geht der Rekordmeister sogar über die Sanktionen der UEFA hinaus.

Der europäische Fußballverband hatte die Münchner für das wiederholte Abbrennen von Pyrotechnik mit einer Geldstrafe von 50.000 Euro sowie einer Teilsperrung der Blöcke 111 bis 114 belegt. Theoretisch hätten in den angrenzenden Bereichen weiterhin Zuschauer zugelassen werden können. Praktisch jedoch bleibt die gesamte Südkurve leer. Grund dafür sind technische Einschränkungen: Da einzelne Tickets aus dem Gesamt-Kontingent der Südkurve nicht gezielt storniert werden können, erklärte der Verein in einem ersten Schritt alle Karten für die Blöcke 109 bis 117 für ungültig.

Gespräche zwischen dem Klub und Vertretern der Ultraszene über alternative Lösungen verliefen ergebnislos. Der FC Bayern entschied sich daraufhin für die harte Linie – wohl auch als klares Signal, dass die Geduld der Verantwortlichen erschöpft ist.

Provokante Antwort der Ultras verschärft den Konflikt

Die Reaktion aus der Südkurve ließ nicht lange auf sich warten – und fiel alles andere als einsichtig aus. Beim Bundesliga-Start gegen den VfL Wolfsburg tauchten in der Allianz Arena zwei Banner auf, die als klare Provokation in Richtung Verein und UEFA zu verstehen waren. „No one can stop us“ war auf einem Spruchband zu lesen – eine unmissverständliche Botschaft, dass man auch künftig nicht bereit ist, auf Pyrotechnik zu verzichten.

Ein weiteres Banner richtete sich direkt an die bevorstehende Sperre: „Die Tage sind gezählt bis ihr wieder bei uns seid. Ehre den Ausgesperrten.“ Die Ultras stellen sich damit demonstrativ auf die Seite der Betroffenen und machen deutlich, dass sie die Maßnahmen nicht akzeptieren.

Bayern-Vorstandschef Jan-Christian Dreesen hatte bereits vor wenigen Tagen betont, dass der Verein das anhaltende Fehlverhalten einzelner Fangruppierungen nicht länger tolerieren werde. Die provokanten Banner zeigen jedoch, wie tief der Graben inzwischen ist. Ob der FC Bayern nun weiter nachschärft oder erneut den Dialog sucht, bleibt abzuwarten.

Klar ist: Der Konflikt zwischen Klubführung und Teilen der Fanszene ist längst nicht beigelegt – und droht weiter zu eskalieren.

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