Nach der Südkurven-Sperre rechnet ein Bayern-Fanklub-Boss hart mit den Pyro-Ultras ab und spricht von Schaden für tausende Fans.
Die Entscheidung des FC Bayern, beim kommenden Champions-League-Heimspiel gegen Union Saint-Gilloise die komplette Südkurve zu sperren, sorgt weiterhin für massive Diskussionen. Während der Rekordmeister damit konsequent auf die wiederholten Pyro-Vorfälle reagiert, wächst der Ärger bei vielen unbeteiligten Fans – und nun auch öffentlich bei den Fanklubs.
Besonders deutlich wurde Bernd Hofmann, Vorsitzender des Fanklubs Nabburg/Oberpfalz. Der 76-Jährige geht mit den verantwortlichen Ultras hart ins Gericht und findet klare Worte für das Verhalten der Zündler. Seiner Meinung nach werde bewusst in Kauf genommen, dass die Fans, die den FC Bayern lautstark und friedlich unterstützen wollen, die Leidtragenden sind. „Leider kümmern sich die unverbesserlichen Pyro-Zündler nicht um die vielen Zehntausenden von Fans, die ins Stadion gehen und nur guten Fußball schauen und die Mannschaft stimmgewaltig unterstützen wollen“, u.
„Das kümmert die Verursacher auch nicht“

Hofmann kritisiert vor allem die praktischen und finanziellen Folgen der Komplettsperre. „Der Fanclub Nabburg und viele andere haben durch diese Maßnahme des Vereins einen Schaden, denn jetzt können wir nicht mehr mit einem vollbesetzten Bus fahren, sondern nur noch mit einem halb besetzten Bus – aber das kümmert die Verursacher auch nicht.“
Besonders ärgerlich sei aus seiner Sicht, dass die Verantwortlichen für die Pyro-Aktionen keinerlei Rücksicht auf diese Konsequenzen nähmen. Auch wenn die Ticketkosten erstattet würden, bleibe der Schaden für die Fanklubs real – sowohl finanziell als auch zeitlich.
Darüber hinaus äußerte Hofmann auch Sorgen um die Sicherheit im Stadion. Pyrotechnik sei in deutschen Stadien verboten, daran gebe es nichts zu rütteln. Wer diese Regeln ignoriere, handele fahrlässig und riskiere im schlimmsten Fall ernsthafte Verletzungen. Gerade diese Verantwortungslosigkeit stoße bei vielen langjährigen Fans zunehmend auf Unverständnis.
Nach Informationen der BILD teile mehrere Fanklubs und viele Bayern-Anhänger Hofmanns Sichtweise. Trotz der eigenen Nachteile gibt es breite Unterstützung für das harte Vorgehen des Vereins gegen die Pyro-Vorfälle. Die Hoffnung vieler Fans: ein klares Signal, dass emotionale Unterstützung nichts mit Gefährdung oder Sanktionen auf Kosten der Mehrheit zu tun haben darf.
Ein kleines Hintertürchen ließ der FC Bayern allerdings offen. Sollten technische Lösungen gefunden werden, um gezielt die Verursacher auszuschließen und unbeteiligten Fans wieder Zutritt zu ermöglichen, könnte es noch zu einer Teilöffnung der Südkurve kommen. Ob und wie das umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch schon jetzt: Der interne Konflikt innerhalb der Bayern-Fanszene ist offen ausgebrochen.
