„Beugen uns nicht“: Bayern-Ultras reagieren auf Südkurven-Sperre

Vjekoslav Keskic

Der FC Bayern muss im Champions-League-Heimspiel gegen Union Saint-Gilloise auf einen Teil seiner lautstärksten Unterstützung verzichten. Nach dem wiederholten Einsatz von Pyrotechnik hat die UEFA durchgegriffen und mehrere Blöcke in der Allianz Arena gesperrt. Die aktive Fanszene „Südkurve München“ hat nun mit einem ausführlichen Statement auf die Sanktionen reagiert – und zeigt sich dabei wenig einsichtig.

Ausgangspunkt der aktuellen Maßnahmen war eine groß angelegte Pyroshow beim Champions-League-Heimspiel gegen Sporting Lissabon am 9. Dezember. Da es bereits im März 2025 beim Duell gegen Bayer Leverkusen zu ähnlichen Vorfällen gekommen war und der FC Bayern damals nur auf Bewährung davonkam, zog die UEFA diesmal Konsequenzen. Die Disziplinarkommission belegte den Rekordmeister mit einer Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro und ordnete eine Teilsperrung der Südkurve an. Konkret bleiben die Blöcke 111 bis 114 beim Spiel gegen Union Saint-Gilloise leer.

Der FC Bayern setzte die Entscheidung umgehend um und kündigte an, die betroffenen Bereiche für das Königsklassen-Spiel nicht zu öffnen. Für viele unbeteiligte Fans bedeutet das den Verlust ihrer Plätze – ein Umstand, der die Diskussion um Kollektivstrafen erneut entfacht hat.

Südkurve bezieht klar Stellung gegen Kollektivstrafen

In einem am Sonntag veröffentlichten Schreiben macht die Südkurve München deutlich, dass man sich der Konsequenzen der Pyro-Aktion bewusst gewesen sei. Die Bilder aus dem Spiel gegen Sporting hätten weltweit Aufmerksamkeit erzeugt und im Stadion wie auch im Nachgang viel Zuspruch erhalten. Pyrotechnik sei für viele ein zentraler Bestandteil gelebter Fankultur und schaffe besondere Momente sowie Atmosphäre.

Gleichzeitig räumt die Fanszene ein, dass die Aktion bewusst auch als Zeichen gegen die von der UEFA verhängte Bewährungsstrafe gedacht war. Man habe gewusst, dass dies Konsequenzen nach sich ziehe – auch für Fans, die mit der Aktion nichts zu tun hatten oder ihr kritisch gegenüberstehen. Genau hier setzt die grundsätzliche Kritik der Ultras an.

„Nicht legitim und nicht geeignet“

In dem Statement positioniert sich die Südkurve klar gegen das Instrument der Kollektivstrafe. Aus Sicht der Fanszene seien solche Maßnahmen weder legitim noch geeignet, um gewünschtes Verhalten durchzusetzen. Unabhängig davon, ob sie von der UEFA oder anderen Institutionen verhängt würden, lehnt man dieses Vorgehen grundsätzlich ab. Entsprechend konsequent sei es aus ihrer Sicht, sich einem solchen „Regime“ nicht zu beugen.

Die Fronten bleiben damit verhärtet. Während der FC Bayern und die UEFA auf Sanktionen setzen, um wiederholte Pyro-Einsätze einzudämmen, sieht sich die aktive Fanszene in ihrem Selbstverständnis bestätigt.

Wie der Klub auf das Statement reagieren wird und ob es zu weiteren Gesprächen kommt, bleibt offen. Klar ist jedoch: Der Konflikt zwischen Vereinsführung, Verbänden und Ultras ist längst nicht beendet.

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