Leon Goretzka erlebt mal wieder einen schwierigen Start ins Pflichtspieljahr. Trotz prominenter Ausfälle fand der Mittelfeldmann keinen Platz in der Bayern-Startelf gegen Wolfsburg. Das kann als klares Signal von Cheftrainer Vincent Kompany an den Nationalspieler interpretiert werden.
Goretzka musste das Duell gegen den VfL Wolfsburg zunächst von der Seitenlinie verfolgen. Obwohl Joshua Kimmich wegen Sprunggelenksproblemen fehlte, entschied sich Vincent Kompany beim 8:1-Kantersieg gegen den 30-Jährigen und setzte stattdessen auf die Kombination aus Aleksandar Pavlovic und Sommer-Neuzugang Tom Bischof. Der gebürtige Bochumer kam erst nach knapp einer Stunde zum Einsatz.
Ein bemerkenswerter Fingerzeig, denn eigentlich galt der Kimmich-Ausfall als potenzielle Chance für Goretzka, sich wieder ins Team zu spielen. Nach Informationen der Abendzeitung ist intern aber längst klar: Der Nationalspieler steht weiterhin auf der Streichliste – ein Abschied im Sommer sei bereits beschlossene Sache. Daran änderten auch frühere Comeback-Leistungen und sein positives Standing innerhalb der Mannschaft nichts.
Mit Bischof schenkte Kompany einem 20-jährigen aufstrebendem Talent das Vertrauen im Zentrum – Goretzka hingegen blieb außen vor. Das klare Bekenntnis zur Jugend zeigt: Der Bayern-Trainer verfolgt einen konsequenten Kurs, bei dem gestandene Kräfte zunehmend ins Hintertreffen geraten können. Der ehemalige Hoffenheimer zeigte neben Pavlovic eine solide Leistung.
Ein spätes Zeichen – doch reicht das?

Goretzka, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, gehört zu den Großverdienern im Kader. Laut AZ will der Klub sein Gehalt künftig anderweitig investieren – etwa in Vertragsverlängerungen mit Dayot Upamecano oder Serge Gnabry. Auch Talente wie David Santos Daiber oder der flexibel einsetzbare Raphaël Guerreiro drängen in ähnliche Rollenbereiche.
„Wir planen auch die Rückrunde mit Leon“, stellte CEO Jan-Christian Dreesen unlängst klar. Ein vorzeitiger Abschied bereits im Januar wurde kategorisch ausgeschlossen – auch, weil Erfahrung im Kampf um drei Titel gebraucht wird. Interesse an Goretzka gibt es unter anderem aus Spanien und England, dennoch bleibt der Rekordmeister bis zum Saisonende sein Arbeitgeber.
Nach seiner Einwechslung zeigte Goretzka, dass er sich noch nicht aufgegeben hat. Mit einem Treffer in der Schlussphase stellte er den 8:1-Endstand her und auch sonst zeigte er eine ansprechende Leistung – immerhin ein kleines Statement. Dass er jedoch erst spät ins Spiel kam, dürfte seine Lage kaum verbessern. Auch Bundestrainer Julian Nagelsmann dürfte genau hinschauen, denn für eine WM-Nominierung zählt vor allem eins: regelmäßige Einsatzzeit.
