Musiala-Comeback: Kompany bremst und mahnt zur Geduld

Vjekoslav Keskic

Vincent Kompany hat eine der zentralen Fragen rund um den FC Bayern klar beantwortet: Wann kehrt Jamal Musiala endlich zurück? Die Antwort des Cheftrainers fiel deutlich aus – und sie passt zu einer strategischen Linie, die beim deutschen Rekordmeister zuletzt immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. Geduld statt Druck, Gesundheit statt Schnellschuss.

Die Bayern-Fans warten ganz ungeduldig auf das Comeback von Jamal Musiala. Vincent Kompany weiß das – und lässt sich dennoch nicht beirren. Beim Thema Musiala stellte der Bayern-Coach unmissverständlich klar, dass sportliche Sehnsucht keine medizinischen Fakten ersetzen kann. „Man muss kein Bundestrainer sein dafür, man muss Arzt sein. Und der ist einfach noch nicht so weit, dass er heute dabei sein kann“, betonte dieser vor dem Bundesliga-Restart gegen Wolfsburg im Gespräch mit DAZN.

Nicht der Trainer, nicht die Fans, nicht die Öffentlichkeit entscheiden über den Zeitpunkt des Comebacks, sondern einzig der körperliche Zustand des Spielers. Musiala sei nah dran, aber eben noch nicht so weit, um wieder ins Wettkampfgeschehen einzugreifen.

Comeback in Januar sehr unwahrscheinlich

Jamal Musiala
Foto: IMAGO

Diese Haltung ist bemerkenswert, weil sie bewusst gegen den üblichen Erwartungsdruck arbeitet. Musiala ist nicht irgendein Spieler, sondern einer der wichtigsten kreative Fixpunkte in der Bayern-Offensive. Ein Rückkehr auf den Rasen ist laut Kompany nicht geplant. „Dieser Monat für ihn ist ein Integrationsmonat. Er darf das, was er jetzt aufgebaut hat, auch nicht zu schnell verlieren.“

Dass der FC Bayern vor einer entscheidenden Rückrunde steht, ist unbestritten. Bundesliga, Champions League, nationale wie internationale Ziele – alles liegt noch auf dem Tisch. Umso bemerkenswerter ist es, dass Kompany den kurzfristigen sportlichen Nutzen bewusst hinter das langfristige Wohl seines Topspielers stellt. Musiala ist selbst ungeduldig, ehrgeizig, voller Tatendrang. Genau deshalb sieht der Trainer seine Aufgabe auch darin, ihn zu bremsen – nicht aus Vorsicht, sondern aus Verantwortung.

„Wir müssen Geduld haben“

Der Belgier macht deutlich, dass ein verfrühtes Comeback all das gefährden würde, was Musiala sich in den vergangenen Wochen erarbeitet hat. Fitness, Körperlichkeit, Vertrauen in den eigenen Körper – all das kann schneller verloren gehen, als es aufgebaut wurde. „Es geht jetzt um seine Gesundheit, nichts anderes, und wir müssen Geduld haben.“

Die Botschaft ist klar: Musiala soll nicht nur zurückkommen, er soll dauerhaft zurückkommen. In Topform, ohne Zweifel, ohne Rückfall. Genau deshalb nimmt Kompany die Unruhe bewusst in Kauf. Er weiß, dass Geduld im Umfeld des FC Bayern oft als Schwäche ausgelegt wird. Tatsächlich aber ist sie in diesem Fall ein Zeichen von Stärke – und von einer neuen, moderneren Denkweise an der Säbener Straße.

Wenn Jamal Musiala zurückkehrt, dann nicht, weil der Kalender es vorgibt oder die Fans es fordern, sondern weil sein Körper bereit ist. Kompany hat diese Linie klar gezogen. Und sie könnte sich am Ende nicht nur für Musiala, sondern für den gesamten FC Bayern auszahlen.

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