„Alle ziehen mit“: Warum Kompanys Bayern so schwer zu stoppen ist

Vjekoslav Keskic

Lothar Matthäus lobt Vincent Kompany: Teamgeist, Belastungssteuerung und Offensivpower machen den FC Bayern wieder europäisch top.

Der FC Bayern begeistert aktuell nicht nur mit einer brachialen Offensive, sondern auch mit einem neuen, spürbaren Miteinander. Genau diesen Punkt hebt Lothar Matthäus in seiner aktuellen Sky-Kolumne besonders hervor – und verteilt dabei ein deutliches Lob an Cheftrainer Vincent Kompany.

Was Matthäus besonders imponiert, ist weniger die pure Offensiv-Power, sondern der Teamgeist innerhalb der Mannschaft. Auf und neben dem Platz herrscht ein Klima, das man beim FC Bayern in dieser Konsequenz lange nicht mehr gesehen hat. Spieler auf der Bank fiebern mit, jubeln über Tore der Kollegen und ordnen sich dem großen Ganzen unter. Selbst bei Auswechslungen bleibt der Fokus auf dem gemeinsamen Ziel.

Matthäus zieht dabei bewusst den Vergleich zu Borussia Dortmund und der jüngsten Szene um Karim Adeyemi, der seine Auswechslung offen zur Schau stellte. Solche Bilder gibt es beim FC Bayern nicht. Jeder Spieler weiß, dass Rollen sich schnell ändern können und die nächste Chance meist nur ein Spiel entfernt ist. Genau dieses Bewusstsein, so Matthäus, wird vom Trainer hervorragend moderiert. Vincent Kompany verstehe es, Erwartungen, Einsatzzeiten und Belastung so zu steuern, dass der Konkurrenzkampf nicht spaltet, sondern antreibt.

Bayern wieder auf Augenhöhe mit Europas Elite

Harry Kane, Luis Diaz
Foto: IMAGO

Neben dem starken Innenleben sieht Matthäus den FC Bayern auch sportlich wieder dort, wo er international hingehört. In der Champions League verfügen Klubs wie Paris Saint-Germain, Arsenal oder der FC Barcelona über herausragende Offensivreihen – doch diese Qualität haben die Münchner längst ebenfalls.

Auffällig ist dabei das Zusammenspiel aller Mannschaftsteile. Die Stürmer agieren nicht isoliert, sondern werden konstant aus dem Mittelfeld und selbst aus der Defensive unterstützt. Bayern findet Lösungen gegen tief stehende Gegner, spielt geduldig, präzise und mit hoher Spielintelligenz. Das 8:1 gegen den VfL Wolfsburg dient Matthäus als perfektes Beispiel für diese Dominanz: kein blindes Anrennen, sondern kontrolliertes Zurechtlegen des Gegners – bis der Moment zum Zuschlagen kommt.

Für Matthäus steht fest: Der FC Bayern profitiert nicht nur von individueller Qualität, sondern vor allem von der klaren Handschrift seines Trainers. Wenn es in der Bundesliga und der Champions League in die entscheidende Phase geht, könnte genau dieser von Kompany geformte Teamgeist zum entscheidenden Erfolgsfaktor werden.

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