Alles ist möglich: Warum die Bayern-Saison in die Geschichte eingehen kann

Vjekoslav Keskic

Der FC Bayern spielt in seiner eigenen Liga. Die Münchner jagen in dieser Bundesliga-Saison zahlreiche Rekorde: früheste Meisterschaft, Torrekord und Harry Kane greift nach Lewandowskis historischer Bestmarke.

Der FC Bayern marschiert durch die Bundesliga – und das mit einer Wucht, die Erinnerungen an die dominantesten Phasen der Vereinsgeschichte weckt. Das 8:1-Schützenfest gegen den VfL Wolfsburg war nicht nur ein weiterer Sieg, sondern ein deutliches Signal an die Liga: Diese Mannschaft spielt derzeit in einer eigenen Kategorie. Elf Punkte Vorsprung nach 16 Spieltagen, eine entfesselte Offensive und ein Harry Kane in Bestform – immer mehr historische Rekorde geraten ins Wanken.

Früheste Meisterschaft der Bundesliga-Geschichte in Reichweite

Schon jetzt ist absehbar, dass sich die Meisterfrage ungewöhnlich früh entscheiden könnte. In der Saison 2013/14 stellte der FC Bayern mit dem Titelgewinn am 27. Spieltag einen Bundesliga-Rekord auf. Unter Vincent Kompany könnte diese Marke ernsthaft ins Visier geraten. Rechnerisch wäre eine noch frühere Meisterschaft möglich, sollte der Vorsprung weiter anwachsen und die Konkurrenz weiter patzen. Angesichts der aktuellen Dominanz wirkt selbst dieses ambitionierte Szenario nicht mehr völlig unrealistisch.

Eine Offensive auf Rekordkurs

Michael Olise, Luis Diaz
Foto: IMAGO

Was die Münchner derzeit offensiv auf den Platz bringen, sprengt beinahe den Rahmen des Gewohnten. 63 Tore nach 16 Spielen bedeuten einen Schnitt von fast vier Treffern pro Partie. Hochgerechnet würde der FC Bayern am Saisonende bei über 130 Treffern landen. Der historische Bundesliga-Rekord von 101 Toren aus der Saison 1971/72 unter Udo Lattek erscheint plötzlich angreifbar. Die Mischung aus Tempo, Präzision und individueller Klasse macht die Bayern für nahezu jeden Gegner unlösbar.

Harry Kane greift nach Lewandowskis Bestmarke

Harry Kane
Foto: IMAGO

Im Zentrum dieser Rekordjagd steht einmal mehr Harry Kane. Der englische Nationalmannschaftskapitän kommt bereits auf 20 Ligatore nach 16 Spielen und hat damit in seinen ersten drei Bundesliga-Spielzeiten jeweils die 20-Tore-Marke geknackt – ein Kunststück, das vor ihm nur Timo Konietzka gelang. Doch Kane denkt größer. Der legendäre 41-Tore-Rekord von Robert Lewandowski ist für ihn kein Tabu, sondern ein realistisches Ziel.

Kane selbst bleibt dabei bemerkenswert reflektiert. Er weiß um die Schwierigkeit, dieses Niveau über Monate zu halten, traut sich den Angriff auf die Bestmarke aber zu. Sportvorstand Max Eberl lässt ebenfalls keinen Zweifel daran, wie wertvoll der 32-Jährige für den Klub ist – eine Vertragsverlängerung über 2027 hinaus scheint nur eine Frage der Zeit.

Ob früheste Meisterschaft, ewiger Torrekord oder eine neue historische Marke für Kane: Beim FC Bayern passt in dieser Saison nahezu alles zusammen. Und je länger diese Dominanz anhält, desto deutlicher wird das Gefühl, dass hier gerade eine Spielzeit heranwächst, über die man in München noch sehr lange sprechen wird.

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