Trotz elf Punkten Vorsprung in der Fußball-Bundesliga bleibt Vincent Kompany hart. Nach dem 8:1 gegen Wolfsburg warnt der Bayern-Coach vor Nachlässigkeit.
Der FC Bayern hat mit dem 8:1-Schützenfest gegen den VfL Wolfsburg ein weiteres Ausrufezeichen gesetzt und seine Vormachtstellung in der Bundesliga eindrucksvoll untermauert. Nach dem Ausrutscher von Verfolger Borussia Dortmund sind die Münchner an der Tabellenspitze mittlerweile auf elf Punkte davongezogen. In der öffentlichen Wahrnehmung geht es längst nicht mehr um die Frage, ob der Rekordmeister erneut Deutscher Meister wird, sondern nur noch darum, wann die Entscheidung fällt.
Intern jedoch herrscht an der Säbener Straße eine völlig andere Tonlage. Trainer Vincent Kompany lässt keinen Zweifel daran, dass für ihn trotz der komfortablen Ausgangslage keinerlei Anlass zur Entspannung besteht. Der Belgier denkt nicht in Tabellenständen, sondern ausschließlich von Spiel zu Spiel – und genau diese Haltung will er seiner Mannschaft einimpfen.
Kompany will keinen Gedanken an Vorsprung zulassen

Nach dem Kantersieg gegen Wolfsburg machte Kompany deutlich, dass die aktuelle Dominanz keine Garantie für den weiteren Saisonverlauf ist. Gerade mit Blick auf die anstehenden Aufgaben in der Champions League sehen viele Beobachter die Gefahr, dass die Spannung im Liga-Alltag nachlassen könnte. Kompany widerspricht dieser Logik entschieden.
„Ich habe den Jungs gesagt: Es spielt keine Rolle, wie viele Punkte wir haben. Meiner Meinung nach fängt man immer wieder bei Null an“, erklärte der 39-Jährige. Für den Bayern-Coach ist jedes Bundesligaspiel eine neue Bewährungsprobe – unabhängig vom Tabellenstand oder vom Namen des Gegners.
Besonders bemerkenswert ist Kompanys klare Warnung vor Nachlässigkeit. Der Belgier wählte bewusst drastische Worte, um seine Mannschaft zu schärfen: „Wenn wir ein Spiel verlieren, ist das manchmal so, als würden wir dem Gegner den Titel schenken, und das wollen wir nicht zulassen.“
Diese Denkweise erklärt, warum die Bayern trotz hoher Führung weiterhin mit maximaler Intensität auftreten. Kompany geht es nicht um Ergebniskosmetik oder Rekorde, sondern um eine innere Haltung, die keine Ausreden zulässt. Jeder Punktverlust soll vermieden werden – nicht aus Angst, sondern aus sportlichem Ehrgeiz.
Bayern-Dominanz als Verpflichtung, nicht als Risiko
Während Fans und Experten über mögliche Meisterfeiern spekulieren, sieht Kompany die Dominanz seiner Mannschaft vielmehr als Verpflichtung. Die große Qualität des Kaders und der deutliche Vorsprung erhöhen aus seiner Sicht nicht den Komfort, sondern die Verantwortung.
Der FC Bayern soll sich nicht über den Abstand zur Konkurrenz definieren, sondern über seine tägliche Arbeit, seine Intensität und seine Siegermentalität. Genau darin liegt der Kern von Kompanys Ansatz – und möglicherweise auch der Schlüssel dafür, dass die Münchner nicht nur souverän Meister werden, sondern auch in den entscheidenden Momenten der Saison ihre höchste Leistungsstufe abrufen können.
