Titelrennen entschieden? BVB kapituliert vor der Bayern-Dominanz

Vjekoslav Keskic

Der FC Bayern dominiert die Bundesliga nach Belieben. Das Team von Vincent Kompany hat sich einen elf Punkte Vorsprung auf Borussia Dortmund erspielt. Selbst beim BVB glaubt man nicht mehr an ein Titelrennen mit dem FC Bayern.

Der FC Bayern marschiert unbeirrt Richtung Titelverteidigung. Mit dem 8:1-Schützenfest gegen den VfL Wolfsburg haben die Münchner ihre Vormachtstellung in der Bundesliga eindrucksvoll untermauert und den Vorsprung auf Verfolger Borussia Dortmund auf satte elf Punkte ausgebaut. Noch bemerkenswerter als der Tabellenstand selbst ist jedoch die Stimmungslage beim ärgsten Konkurrenten. Beim BVB scheint man den Glauben an ein echtes Titelrennen bereits verloren zu haben.

Kovac erkennt Bayerns Sonderstellung an

Während die Bayern am Sonntagabend ein Offensiv-Feuerwerk zündeten, kam Dortmund beim 3:3 in Frankfurt erneut nicht über ein Unentschieden hinaus. Punkte, die im Meisterschaftskampf schmerzhaft fehlen – auch wenn dieser Kampf aus Dortmunder Sicht offenbar ohnehin nicht mehr existiert. BVB-Coach Niko Kovac fand auf der Spieltags-Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Werder Bremen ungewöhnlich klare Worte.

„Wir können Bayern nicht herausfordern, das sieht wohl jeder“, erklärte der ehemalige Bayern-Trainer offen. Kovac verwies dabei nicht nur auf die Bundesliga-Tabelle, sondern auch auf das internationale Abschneiden der Münchner. „Bayern ist nicht nur Tabellenführer in der Bundesliga, sondern auch ganz vorne in der Champions League. Das bedeutet, dass diese Mannschaft eine Klasse für sich ist, die derzeit in der Bundesliga sonst nirgendwo zu finden ist.“

Es ist eine Aussage, die wie eine Kapitulation wirkt – und zugleich die Realität widerspiegelt. Der FC Bayern spielt aktuell in einer eigenen Liga, sportlich wie wirtschaftlich.

BVB setzt andere Ziele – Bayern enteilt der Konkurrenz

Kovac machte keinen Hehl daraus, dass die strukturellen Unterschiede zwischen beiden Klubs enorm sind. „Wir wissen letztendlich, wo der FC Bayern einkauft und wo wir einkaufen. So ist es nun einmal. Das müssen wir alle akzeptieren“, so der 52-Jährige. Eine nüchterne Bestandsaufnahme, die verdeutlicht, warum der Rekordmeister Jahr für Jahr enteilt.

Entsprechend hat der BVB seine Zielsetzung längst angepasst. Statt vom Titel zu sprechen, geht es in Dortmund primär um Schadensbegrenzung und Planungssicherheit. „Ich habe zu Beginn der Saison gesagt, dass wir uns so schnell wie möglich einen Platz unter den ersten Vier sichern wollen“, betonte Kovac. Die Champions-League-Qualifikation ist das erklärte Minimalziel – mehr scheint aktuell nicht realistisch.

In München dürfte man diese Aussagen mit einem Schulterzucken zur Kenntnis nehmen. Der FC Bayern erledigt seine Aufgaben, sammelt Rekorde und Punkte im Vorbeigehen und profitiert zusätzlich von den Ausrutschern der Konkurrenz. Elf Punkte Vorsprung noch vor Abschluss der Hinrunde sind ein deutliches Signal – und lassen kaum Zweifel daran, wohin die Meisterschale in dieser Saison wandern wird.

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