„Verrückt!“: Bayern-Boss reagiert auf Alonso-Beben bei Real

Vjekoslav Keskic

Das von Xabi Alonso bei Real Madrid sorgt für Staunen in der Fußball-Welt, auch beim FC Bayern. Sportdirektor Christoph Freund reagiert überrascht und betont die stabile, erfolgreiche Situation beim FC Bayern.

Die Entlassung von Xabi Alonso bei Real Madrid hat in der europäischen Fußballwelt für erhebliche Unruhe gesorgt – und auch beim FC Bayern für ungläubiges Staunen. Nur rund ein halbes Jahr nach seinem Amtsantritt ist das Kapitel des ehemaligen Leverkusener Erfolgstrainers bei den Königlichen bereits wieder beendet. Ein Schritt, der angesichts der hohen Erwartungen an den Basken viele überrascht hat.

Freund überrascht vom schnellen Aus in Madrid

Auch an der Säbener Straße wurde das Alonso-Beben aufmerksam registriert. Bayern-Sportdirektor Christoph Freund reagierte im Interview mit Sky offen und deutlich auf die Entwicklung in Spanien. „Ich war sehr überrascht“, erklärte der 48-Jährige mit Blick auf die Trennung nach dem verlorenen Supercopa-Finale gegen den FC Barcelona. Für Freund ist der schnelle Schnitt kaum nachvollziehbar, zumindest aus sportlicher Perspektive.

Der Österreicher verwies dabei auf Alonsos erfolgreiche Zeit in der Bundesliga. „Wir kennen Xabi ja aus Leverkusen, er hat überragende Arbeit geleistet – auch wie die Mannschaft Fußball gespielt hat und welche Mentalität sie hatte. Er ist für mich ein außergewöhnlich guter Trainer“, so Freund. Worte, die den hohen Stellenwert Alonsos auch innerhalb der Bundesliga unterstreichen.

Gleichzeitig betonte der Bayern-Boss, dass ihm der tiefe Einblick in die internen Abläufe bei Real Madrid fehle. „Ich habe jetzt nicht den Einblick, was in Madrid alles passiert, aber es ist schon etwas verrückt nach so kurzer Zeit“, sagte Freund und schob zugleich ein, dass er sich kein Urteil über die Entscheidung erlauben wolle. „Mir steht es aber nicht zu, das zu beurteilen. Ich kann nur beurteilen, wie ich Xabi Alonso kenne. Und er ist ein richtig guter Trainer.“

Schnellebigkeit des Geschäfts – Kontrast zum FC Bayern

Vincent Kompany
Foto: IMAGO

Nur 232 Tage dauerte Alonsos Amtszeit bei den Königlichen. Ein Zeitraum, der verdeutlicht, wie gnadenlos das Fußballgeschäft auf höchstem Niveau geworden ist. Bereits vor Weihnachten war der Druck auf den früheren Weltklasse-Spieler spürbar gestiegen, kritische Stimmen begleiteten seine Arbeit über Wochen. Nun folgt mit Álvaro Arbeloa ein neuer Trainer, der zuletzt die zweite Mannschaft betreut hatte.

Ganz anders stellt sich die Lage derzeit beim FC Bayern dar. In München herrscht sportliche Stabilität, Vincent Kompany ist mit seinem Team klar auf Titelkurs. Freund nutzte den Vergleich bewusst, um die aktuelle Situation beim deutschen Rekordmeister einzuordnen. „Das Fußballgeschäft ist manchmal richtig schnelllebig. Den genaueren Einblick habe ich nicht“, sagte er mit Blick nach Madrid – und lenkte den Fokus anschließend auf die eigene Mannschaft.

„Das spüren die Leute“: Harmonie als Erfolgsfaktor

Beim FC Bayern, so Freund, passt aktuell vieles zusammen. „Die Chemie, die Atmosphäre und die Energie in der Kabine und im ganzen Haus ist wirklich sehr, sehr gut“, betonte er zufrieden. Diese Faktoren seien eine entscheidende Basis für die starken Leistungen auf dem Platz. Der Sportdirektor ist überzeugt, dass diese positive Grundstimmung auch nach außen sichtbar ist.

„Das spüren auch die Leute, wenn man der Mannschaft zusieht. Das ist für mich ein ausschlaggebender Punkt, dass das hier aktuell richtig gut funktioniert“, erklärte Freund weiter. Der FC Bayern profitiert derzeit nicht nur von sportlicher Qualität, sondern auch von einem funktionierenden Innenleben. „Man kommt gerne hierher, trifft sich, verbringt Zeit miteinander. Es macht aktuell einfach richtig Spaß beim FC Bayern zu sein.“

Während in Madrid bereits wieder ein Neuanfang eingeleitet wird, zeigt sich in München, wie wertvoll Kontinuität, Vertrauen und Ruhe sein können. Das abrupte Aus von Xabi Alonso dient dabei auch als Mahnung, wie schmal der Grat im internationalen Spitzenfußball ist – selbst für außergewöhnlich gute Trainer.

Teile diesen Artikel