Kompany übertrifft Guardiola! Bayern setzt neue Maßstäbe in der Bundesliga

Vjekoslav Keskic

Der FC Bayern hat Geschichte geschrieben. Mit dem 3:1-Auswärtssieg am 17. Spieltag beim 1. FC Köln krönte der deutsche Rekordmeister eine Hinrunde, wie sie die Bundesliga bislang nicht erlebt hat. Die Mannschaft von Vincent Kompany beendet die erste Saisonhälfte mit 47 Punkten und einer beeindruckenden Tordifferenz von 66:13 – neue Bestmarken in der Historie des deutschen Oberhauses.

Dabei musste der FCB in Köln zunächst einen Rückschlag verkraften. Nach frühem Rückstand bewies das Team jedoch einmal mehr seine mentale Stärke und drehte die Partie souverän. Serge Gnabry, Minjae Kim und Lennart Karl sorgten mit ihren Treffern dafür, dass die Münchner auch diese Hürde nahmen und den historischen Rekord perfekt machten. Der Lohn: eine dominante Tabellenführung und der Status als erfolgreichste Hinrunden-Mannschaft aller Zeiten.

Guardiola-Rekord deutlich übertroffen

Bislang hielten die Bayern selbst den Maßstab. In der Saison 2013/14 hatte das Team unter Pep Guardiola ebenfalls 47 Punkte zur Winterpause gesammelt, bei einem Torverhältnis von 44:9. Nun hat Kompany diese Marke nicht nur eingestellt, sondern in einer entscheidenden Kategorie klar übertroffen. Mit 66 erzielten Treffern haben die Münchner ihren eigenen Rekord um satte 18 Tore verbessert – ein Wert, der die Offensivwucht dieser Mannschaft eindrucksvoll unterstreicht.

Damals sicherten sich die Bayern am Ende der Saison 2013/14 die Deutsche Meisterschaft mit 90 Punkten und einer Tordifferenz von 94:23, zudem gewann man den DFB-Pokal. Die aktuelle Mannschaft ist statistisch sogar noch einen Schritt weiter – und weckt Erinnerungen an die ganz großen Bayern-Jahre.

Jagd auf weitere Bestmarken eröffnet

Ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt, dass sogar noch größere Marken erreichbar sind. In der Triple-Saison 2012/13 sammelten die Münchner unter Jupp Heynckes 91 Punkte – bis heute der höchste Punktestand in einer Bundesliga-Spielzeit. Auch dieser Rekord scheint angesichts der aktuellen Konstanz nicht außer Reichweite.

Noch ehrwürdiger ist die Tor-Bestmarke aus der Saison 1971/72, als der FC Bayern mit Gerd Müller unglaubliche 101 Treffer erzielte. Die aktuelle Offensivmaschine arbeitet mit Hochdruck daran, auch diese historische Marke ins Wanken zu bringen. Die Zahlen der Hinrunde lassen zumindest Raum für Spekulationen.

Untrennbar mit der Torfrage verbunden ist der Name Harry Kane. In jener legendären Saison 1971/72 stellte Gerd Müller seine lange Zeit als unerreichbar geltende Bestmarke von 40 Saisontoren auf. Robert Lewandowski übertraf diesen Wert 2020/21 mit 41 Treffern – ein Rekord, der nun ebenfalls ins Visier geraten könnte.

Kane hat bereits jetzt eine starke Ausgangsposition und bringt alles mit, um sich in diese illustre Reihe einzureihen. Seine Quote, seine Konstanz und die offensive Dominanz der Bayern sprechen dafür, dass auch diese persönliche Bestmarke in dieser Saison nicht sicher ist.

Stillstand ist beim FC Bayern jedoch kein Thema. Schon am Samstag wartet mit dem Auswärtsspiel bei RB Leipzig der nächste Härtetest. Dort kann der Rekordmeister seine beeindruckende Serie fortsetzen und den nächsten Schritt in Richtung Titelverteidigung machen.

Die Hinrunde ist Geschichte – eine historische. Doch die Botschaft der Mannschaft von Vincent Kompany ist klar: Diese Bayern sind noch lange nicht satt. Die Rückrunde beginnt, und mit ihr die Jagd nach weiteren Rekorden.

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