Versteckspiel um Bayern-Star! Kommt es zum Überraschungs-Comeback?

Vjekoslav Keskic

Joshua Kimmich trainiert wieder mit dem Team, doch Vincent Kompany bleibt vorsichtig. Auch bei Musiala, Stanisic und Gnabry gibt es neue Signale.

Joshua Kimmich ist zurück auf dem Trainingsplatz – zumindest auf den ersten Blick. Nach knapp vier Wochen Pause wegen hartnäckiger Sprunggelenksprobleme, die ihn bereits seit November begleiten, mehren sich die Zeichen, dass der Bayern-Star näher an ein Comeback rückt. Doch wie belastbar ist der 30-Jährige wirklich? Und warum sendet Vincent Kompany öffentlich andere Signale als das, was sich an der Säbener Straße abspielte?

Öffentliches Bremsen, heimliche Fortschritte

Joshua Kimmich
Foto: IMAGO

Am Dienstagvormittag hatte Kompany vor dem Abschlusstraining für das Bundesliga-Spiel in Köln noch klar Stellung bezogen. „Er hat noch nicht mit der Mannschaft trainiert. Ich hoffe aber, dass sich das in den nächsten zwei, drei Tagen ändert“, erklärte der Bayern-Coach. Eine Aussage, die zunächst eindeutig klang und Kimmich für den Mittwochabend praktisch ausschloss.

Doch nur wenige Stunden später zeichnete sich ein völlig anderes Bild. Wie BILD berichtet, wurde Kimmich um 13.55 Uhr dabei beobachtet, wie er gemeinsam mit seinen Teamkollegen aus der Kabine auf den Trainingsplatz ging. Der DFB-Kapitän wirkte fokussiert, motiviert und mittendrin. Als die Verantwortlichen bemerkten, dass ein Teil des Platzes einsehbar war, wurde der blickdichte Vorhang hektisch zugezogen. Ein Detail, das das Versteckspiel um Kimmich perfekt widerspiegelt.

Dabei hatte der Mittelfeldstratege bereits am Freitag den Rasen betreten und am Montag in einer individuellen Reha-Einheit Sprints sowie Richtungswechsel mit voller Intensität absolviert. Rein körperlich scheint Kimmich also deutlich weiter zu sein, als es die offiziellen Aussagen vermuten lassen. Ob Kompany bewusst taktisch agiert oder schlicht kein Risiko eingehen will, bleibt offen.

Hoffnung bei Musiala, Geduld bei Stanisic

Jamal Musiala
Foto: IMAGO

Neben Kimmich stand am Dienstag auch Jamal Musiala wieder mit der Mannschaft auf dem Platz. Der 22-Jährige arbeitet nach seinem Wadenbeinbruch im Juli weiter an seinem Comeback. Seit Mitte Dezember trainiert Musiala wieder mit dem Team, seit Anfang Januar auch in Zweikämpfen. Dennoch kommt ein Einsatz in Köln noch zu früh.

Kompany machte jedoch Hoffnung auf eine baldige Rückkehr. „Vielleicht habe ich in der nächsten Pressekonferenz schon etwas Neues zu erzählen“, sagte der Belgier mit Blick auf das kommende Bundesliga-Spiel bei RB Leipzig. Ein vorsichtig optimistischer Ton, der zeigt, dass Musiala auf der Zielgeraden ist.

Weniger erfreulich ist die Lage bei Josip Stanisic. Der Außenverteidiger zog sich beim 8:1 gegen Wolfsburg eine Kapselbandverletzung im rechten Sprunggelenk zu und wird dem FC Bayern noch länger fehlen. „Im Januar wird er nicht mehr spielen“, stellte Kompany klar. Auch ein Einsatz im Februar sei noch offen und stark vom Heilungsverlauf abhängig.

Defensive Sorgen und offensive Optionen

In der Abwehrkette bleibt die Personallage angespannt. Alphonso Davies fehlt weiterhin wegen Magen-Darm-Problemen, Sacha Boey laboriert seit Tagen an einem Infekt und auch hinter Minjae Kim steht aufgrund von Oberschenkelproblemen ein Fragezeichen. Links hinten könnten erneut Hiroki Ito oder Tom Bischof aushelfen.

In der Offensive gibt es zumindest leichte Entwarnung. Serge Gnabry wird nach seinem krankheitsbedingten Ausfall gegen Wolfsburg wieder im Kader stehen, wie die BILD berichtet.

Eine wichtige Rolle könnte erneut Raphael Guerreiro einnehmen, der zuletzt mit Toren und Vorlagen überzeugte. „Mittlerweile hat Rapha auch immer wieder mit seinen Toren und Vorlagen den offensiven Bereich verstärkt“, lobte Kompany. Für Spieler wie Luis Díaz oder Michael Olise könnte das sogar eine kleine Verschnaufpause bedeuten.

Bleibt die zentrale Frage: Wie fit ist Joshua Kimmich wirklich? Die Antwort darauf kennt derzeit wohl nur der Spieler selbst – und Vincent Kompany, der das Thema bewusst unter Verschluss hält.

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