Diskussionen unter Bayern-Bossen wegen Goretzka-Nachfolge

Sebastian Mittag

Beim FC Bayern werden die Planungen für die Zeit nach Leon Goretzka immer konkreter – gleichzeitig ist völlig offen, ob es überhaupt einen klassischen Nachfolger geben wird. Intern läuft derzeit offenbar eine intensive Diskussion darüber, wie das zentrale Mittelfeld künftig aufgestellt sein soll.

Nach Informationen der Sport BILD haben die Bayern-Bosse dem Management von Leon Goretzka bereits signalisiert, dass ein Abschied im Sommer sehr wahrscheinlich ist. Der Vertrag des 30-Jährigen läuft aus, die Gespräche sind zwar noch nicht vollständig abgeschlossen, die Tendenz ist laut dem Bericht jedoch klar. Ein Verbleib gilt intern nur noch als Außenseiter-Szenario.

Interessant: Ein direkter Ersatztransfer ist aktuell nicht zwingend vorgesehen. Die Verantwortlichen vertreten demnach die Ansicht, dass der Kader auf dieser Position bereits stark besetzt ist. Mit Joshua Kimmich, Aleksandar Pavlovic und Tom Bischof verfügen die Münchner über drei deutsche Nationalspieler für das zentrale Mittelfeld. Hinzu kommt Konrad Laimer, der diese Rolle ebenfalls ausfüllen kann. Aus Sicht der Klubführung besteht daher kein akuter Handlungszwang auf dem Transfermarkt.

Transfermarkt bleibt im Blick

Stattdessen wird intern darüber diskutiert, ob Trainer Vincent Kompany – ähnlich wie beim Erfolgsmodell Lennart Karl – verstärkt auf ein Talent aus dem eigenen Nachwuchs setzen soll. Besonders im Fokus steht dabei Noel Aseko. Der 20-Jährige ist derzeit an Hannover 96 verliehen und sammelt dort wichtige Spielpraxis. Zwar besitzt der Zweitligist eine Kaufoption in Höhe von einer Million Euro, gleichzeitig haben sich die Bayern jedoch eine Rückkaufoption über 2,5 Millionen Euro gesichert. Damit behalten die Münchner weiterhin die volle Kontrolle über Asekos Zukunft.

Auch David Santos Daiber wird als mögliche interne Lösung gehandelt. Der 19-Jährige durfte sich im Testspiel gegen Salzburg über eine Halbzeit zeigen und gilt als Kandidat für die Herausfordererrolle im defensiven Mittelfeld. Kompany traut ihm diesen nächsten Schritt grundsätzlich zu.

Kennet Eichhorn
Foto: IMAGO

Ganz vom Markt lösen sich die Bayern dennoch nicht. Sollte das Hertha-Juwel Kennet Eichhorn tatsächlich verfügbar werden, würde die Personalie laut Sport BILD erneut diskutiert werden. Darüber hinaus behalten die Münchner weitere Talente für die Zukunft im Auge, darunter Nathan De Cat vom RSC Anderlecht sowie den brasilianischen Sechser Zé Lucas von Sport Recife.

Die Richtung ist klar: Der FC Bayern denkt bei der Goretzka-Nachfolge weniger an einen teuren Sofort-Transfer, sondern prüft sehr genau, ob die Lösung bereits im eigenen Kader oder im erweiterten Talentpool liegt.

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