Der FC Bayern hat eine historische Hinrunde gespielt, doch ausgerechnet vor dem Bundesliga-Topspiel gegen RB Leipzig wird die personelle Lage in der Defensive zur Herausforderung. Gleich zwei Ausfälle innerhalb weniger Tage haben die Münchner empfindlich getroffen. Und dennoch: Vincent Kompany bleibt auffallend gelassen.
Mit Josip Stanisic, der eine Kapselverletzung im Sprunggelenk erlitten hat, und Konrad Laimer, der sich einen Muskelfaserriss in der linken Wade zuzog, fallen zwei wichtige Defensivspieler wochenlang aus. Beide werden voraussichtlich erst im Februar wieder einsatzfähig sein. Besonders problematisch ist die Situation auf der rechten Abwehrseite, da auch Sacha Boey weiterhin krankheitsbedingt fehlt und seit Wochen keine Pflichtspielminute absolvieren konnte.
Trotzdem verweigerte Kompany auf der Pressekonferenz vor dem Leipzig-Spiel jede Form von Alarmismus. „Wir haben viele Ausfälle rechts hinten, haben das aber in der Vergangenheit schon gelöst“, erklärte der Belgier und verwies auf frühere Phasen der Saison. „Da können viele andere Spieler spielen, am Anfang der Saison hatten wir links hinten viele Ausfälle.“
Für Kompany ist die Situation zwar herausfordernd, aber keineswegs dramatisch. „Die Jungs werden ein paar Spiele verpassen, aber es hätte auch schlimmer kommen können. Josip Stanisic und Konrad Laimer werden bald zurückkommen“, betonte er.
Diese Ruhe passt zum Gesamtbild der bisherigen Saison. Der FC Bayern wirkt unter Kompany strukturiert, gefestigt und lösungsorientiert – auch dann, wenn es personell eng wird.
Davies zurück, Kimmich wieder eine Option

Für zusätzliche Entlastung sorgt die Rückkehr von Alphonso Davies. Der Kanadier hatte die Spiele gegen Wolfsburg und Köln krankheitsbedingt verpasst, steht gegen RB Leipzig jedoch wieder zur Verfügung. Damit ist zumindest die linke Abwehrseite wieder klar besetzt – ein wichtiger Faktor angesichts der aktuellen Konstellation.
Auch Joshua Kimmich meldet sich rechtzeitig zurück. Der 30-Jährige hatte zuletzt mit Sprunggelenksproblemen zu kämpfen, soll laut Kompany jedoch „mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit“ wieder eine Option sein. Mehr noch: Der DFB-Nationalspieler gilt sogar als Kandidat für die Startelf. Kimmich könnte auf der rechten Seite aushelfen, eine Position, die er aus der Nationalmannschaft bestens kennt und auf der er bereits mehrfach überzeugte.
Dass Kompany trotz der Ausfälle so ruhig bleibt, ist kein Zufall. Der Bayern-Trainer setzt bewusst auf die Vielseitigkeit seines Kaders und auf Spieler, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Gerade in einer Phase, in der die Münchner sportlich auf einer Erfolgswelle reiten, soll Unruhe vermieden werden.
Das Topspiel gegen RB Leipzig wird dennoch ein echter Härtetest. Nicht nur sportlich, sondern auch strukturell. Wie stabil ist die Bayern-Defensive ohne ihre etatmäßigen Außenverteidiger? Die Antwort darauf wird Kompany liefern müssen – möglicherweise mit kreativen Lösungen und flexiblen Rollenverteilungen.
