Jamal Musiala feiert nach 196 Tagen sein Comeback beim FC Bayern – und liefert in Leipzig sofort eine Torvorlage. Der 22-Jährige zeigt sich sichtlich erleichtert.
Jamal Musiala ist zurück – und wie. Nach 196 Tagen Zwangspause feierte der 22-Jährige beim Bundesliga-Topspiel des FC Bayern bei RB Leipzig sein lang ersehntes Comeback. Der DFB-Star stand erstmals wieder im Spieltagskader der Münchner und setzte kurz nach seiner Einwechslung direkt ein Ausrufezeichen. Der Rekordmeister gewann am Ende deutlich mit 5:1, Musiala lieferte dabei die Vorlage zum Schlusspunkt.
Musiala hatte sich bei der Klub-WM eine schwere Verletzung zugezogen, unter anderem einen Wadenbeinbruch, der ihn monatelang außer Gefecht setzte. Über ein halbes Jahr arbeitete der Offensivspieler an seinem Comeback, kämpfte sich Schritt für Schritt zurück auf den Platz und intensivierte in den vergangenen Wochen sein Aufbautraining. In Leipzig war es nun so weit.
In der 87. Minute wechselte Vincent Kompany Musiala für Serge Gnabry ein. Nur wenige Augenblicke später war der Rückkehrer bereits entscheidend beteiligt. Mit Übersicht und Gefühl bereitete Musiala das 5:1 durch Michael Olise vor und zeigte damit, dass er trotz der langen Pause nichts von seiner Spielintelligenz eingebüßt hat.
Kompany setzte bewusst auf Geduld
Dabei hatte Bayern-Trainer Vincent Kompany vor dem Spiel noch ausdrücklich zur Geduld gemahnt. Auf die Frage nach einem möglichen Einsatz des Rückkehrers antwortete der Belgier zurückhaltend: „Er soll es einfach genießen. Vielleicht. Vielleicht heute. Vielleicht nächstes Spiel.“ Für Kompany stand nicht der schnelle Effekt im Vordergrund, sondern ein behutsamer Aufbau.
„Wichtig für ihn ist erstmal, dass er hier dabei ist. Und wenn er spielt, gibt es von meiner Seite keinen Druck für ihn“, betonte der Bayern-Coach. Gleichzeitig machte Kompany klar, dass der Fokus trotz aller Emotionen auf dem sportlichen Ziel lag. „Wir müssen bei Alphonso Davies und Jamal Musiala einfach nur Geduld haben. Die Integration ist wichtig“, erklärte er vor dem Anpfiff.
Am Ende zahlte sich dieser Ansatz aus. Musiala wurde dosiert eingesetzt, wirkte frisch – und übersprang im Kompany-Plan gewissermaßen einige Stufen, indem er direkt spielentscheidend eingriff.
Erleichterung und Freude im Bayern-Lager

Nach dem Spiel war die Erleichterung im Bayern-Lager spürbar. Nationalspieler Jonathan Tah brachte es bei Sky auf den Punkt: „Wir sind so froh, dass Jamal zurück ist. Er ist unser Bambi.“ Worte, die zeigen, welchen Stellenwert Musiala innerhalb der Mannschaft hat – sportlich wie menschlich.
Auch Sportvorstand Max Eberl äußerte sich zum Comeback des Offensivstars und erinnerte an die schwierige Zeit der Rehabilitation. „Bei so einer schweren Verletzung weiß man, dass es auch Höhen und Tiefen gibt, wo nichts vorangeht, wo man andauernd denkt, es wird nicht besser“, erklärte Eberl. Umso glücklicher sei man gewesen, dass Musiala bereits im Dezember wieder Teile des Mannschaftstrainings absolvieren konnte.
Und Musiala selbst? Dieser erklärte nach dem Spiel auf seinen Social-Media-Kanälen, dass er „dankbar für jede Sekunde“ heute ist.
Grateful for every second 🔴⚪️ pic.twitter.com/3v6IK16lj5
— Jamal Musiala (@JamalMusiala) January 17, 2026
Signalwirkung über den FC Bayern hinaus
Für Eberl ist Musialas Rückkehr mehr als nur ein sportlicher Faktor. „Sowohl für Bayern, als auch für den deutschen Fußball ist es ein schönes Zeichen“, stellte der Sportvorstand klar. Der 22-Jährige gilt als einer der wichtigsten Spieler seiner Generation – seine Rückkehr auf den Platz ist entsprechend auch für den DFB von großer Bedeutung.
Der Abend in Leipzig dürfte Musiala zusätzliches Selbstvertrauen geben. Nach 196 Tagen Pause steht er wieder auf dem Platz, ist wieder Teil des Geschehens – und liefert sofort. Ein Comeback, das kaum besser hätte laufen können.
