Die Fans des FC Bayern sorgen erneut für Aufsehen. Beim Auswärtsspiel in Leipzig brannten Münchner Anhänger wieder rote Rauchbomben ab – mitten in einer ohnehin aufgeheizten Phase im Verhältnis zwischen Verein und aktiver Fanszene.
Die Szene im Stadion dürfte für weitere Diskussionen sorgen. Erst kürzlich hatte der Klub als Reaktion auf wiederholte Pyrotechnik beim Spiel gegen Sporting Lissabon eine drastische Maßnahme verkündet: Beim kommenden Champions-League-Heimspiel gegen Union Saint-Gilloise bleibt die gesamte Südkurve geschlossen. Ursprünglich war nur eine Teilsperrung vorgesehen, doch weil die technischen Abläufe eine selektive Umsetzung unmöglich machten, wurden alle Tickets im betroffenen Bereich storniert.
Nun die erneuten Rauchbomben beim Bundesliga-Spiel in Leipzig, welche auf den TV-Aufnahmen deutlich die Sicht vernebelten. Auch wenn die Münchner Szene traditionell nicht geschlossen in der Red Bull Arena auftreten, sind doch immer einige Ultras anwesend. Ob die Rauchbomben auch aus diesen Kreisen kamen, ist jedoch unklar. Dennoch dürfte die Aktion für Stirnrunzeln bei den Verantwortlichen des Rekordmeisters sorgen.
Vorausgegangen für den Konflikt war ein gescheiterter Versuch, gemeinsam mit der Fanszene eine Lösung für die Sperrung der Südkurve in der Königsklasse zu finden. Der Verein hatte den Ultras eine Frist gesetzt, um ein tragfähiges Konzept zur Umsetzung der UEFA-Auflagen zu präsentieren – ohne Erfolg. Deshalb wurden sämtliche Karten für die Blöcke 109 bis 117 zurückgezogen und erstattet.
Bayern-Ultras machen ihren Unmut laut

Die Fans reagierten bereits vor dem Spiel in Leipzig mit deutlichen Signalen. Beim Testspiel in Salzburg zündeten sie erneut Rauchbomben und präsentierten ein Banner mit der Aufschrift: „Beim von der FCB AG präferierten Partner sehen wir Rot… FUCK RB!“ Die Aktion richtete sich offenkundig gegen den Red-Bull-Konzern, kann aber auch als Provokation in der angespannten Situation mit der Klubführung gewertet werden.
Auch beim Bundesliga-Auftakt gegen Wolfsburg tauchte ein Spruchband mit der Aufschrift „No one can stop us“ auf. Die Botschaft ließ sich sowohl als Zeichen der Solidarität mit ausgesperrten Fans als auch als deutlicher Hinweis auf die anhaltende Pyro-Debatte interpretieren.
Südkurve München meldete sich zu Wort
Bereits vor dem neuerlichen Vorfall in Leipzig hatte sich die aktive Fanszene öffentlich zu Wort gemeldet. In einem ausführlichen Statement äußerte sich die „Südkurve München“ zur Teilsperrung der Allianz Arena. Darin betonten die Ultras, dass man sich der Folgen der Pyro-Aktion gegen Sporting Lissabon bewusst gewesen sei – die Aufmerksamkeit und die Wirkung der Bilder habe man aber bewusst in Kauf genommen.
Zugleich kritisierten die Fans die von der UEFA verhängten Sanktionen scharf. Insbesondere das Prinzip der Kollektivstrafe lehne man entschieden ab. Solche Maßnahmen seien aus Sicht der Südkurve „nicht legitim und nicht geeignet“, um Einfluss auf das Verhalten einzelner Gruppen zu nehmen. Man habe sich deshalb bewusst gegen eine Anpassung an dieses System entschieden.
Dass nun erneut gezündet wurde, obwohl die Konsequenzen bekannt sind, unterstreicht, wie tief der Konflikt reicht. Der Verein hatte gehofft, mit gezielten Maßnahmen und Gesprächen eine Deeskalation zu erreichen. Doch bislang bleibt jede Geste ohne Wirkung – und der nächste Vorfall ließ nicht lange auf sich warten.
