Korb von Guéhi: Bayern jetzt an 60-Millionen-Verteidiger dran

Sebastian Mittag

Der FC Bayern hat sich im Werben um Marc Guéhi eine Absage eingehandelt – und richtet den Blick nun auf eine Alternative aus Frankreich.

Wie die französische Zeitung L’Equipe berichtet, zählt der FC Bayern gemeinsam mit dem FC Chelsea zu den größten Interessenten an Jeremy Jacquet von Stade Rennes. Der 20-Jährige gilt als eines der spannendsten Abwehrtalente der Ligue 1 – allerdings zu einem stolzen Preis. Rennes soll demnach planen, Jacquet mindestens bis zum Saisonende zu halten, um seine Ablöse im Sommer weiter nach oben zu treiben. Im Raum steht eine Forderung von rund 60 Millionen Euro.

Jacquet steht bei Rennes noch bis 2029 unter Vertrag und ist trotz seines jungen Alters bereits unumstrittener Stammspieler. In der laufenden Saison kam er wettbewerbsübergreifend auf 17 Pflichtspiele und hat sich als feste Größe in der Defensive etabliert. Neben seiner Zweikampfstärke werden vor allem seine Qualitäten im Spielaufbau hervorgehoben.

Auch international ist der Innenverteidiger längst auf dem Radar. Bereits im Dezember hatte Radio Marca über ein Interesse von Real Madrid berichtet. Lose Kontakte zu den Königlichen soll es schon im vergangenen Sommer gegeben haben, zudem seien Scouts aus Madrid in dieser Saison regelmäßig bei Spielen von Rennes gesichtet worden.

Bayern geht bei Guéhi leer aus

Der Name Jacquet gewinnt an der Säbener Straße auch deshalb an Bedeutung, weil sich der Transfer von Marc Guéhi für den FC Bayern zerschlagen hat. Die Münchner hatten den englischen Nationalspieler von Crystal Palace lange auf dem Zettel und standen laut Sky in engem Austausch mit dessen Umfeld. Sportvorstand Max Eberl setzte dabei bewusst auf Geduld, da Guéhis Vertrag im Sommer ausläuft und ein ablösefreier Wechsel möglich schien.

Jeremy Jacquet
Foto: IMAGO

Diese Strategie ging jedoch nicht auf. Nach Informationen von Sky hat Manchester City den Zuschlag für Guéhi erhalten. Die Citizens sollen sich mit Crystal Palace auf eine Ablösesumme von bis zu 30 Millionen Pfund geeinigt haben, auch mit dem Spieler besteht demnach Einigkeit. Der Medizincheck steht bevor, Bayern wurde über den Stand der Dinge informiert. Trotz erneuter Telefonate der Münchner ist der Deal für den Rekordmeister damit praktisch vom Tisch.

City setzte im Poker auf Tempo und reagierte auf akuten Bedarf in der Defensive, während die Bayern auf den Sommer spekulierten. Das Kräfteverhältnis kippte – mit dem bekannten Ausgang.

Jacquet als neue Luxus-Option?

Eigentlich ist der FC Bayern in der Innenverteidigung quantitativ gut besetzt. Hinter Dayot Upamecano, dessen Vertragsverlängerung kurz bevorstehen soll, und Abwehrchef Jonathan Tah stehen mit Min-jae Kim, Hiroki Ito und Josip Stanisic mehrere Optionen zur Verfügung. Dennoch behalten die Verantwortlichen den Markt im Blick – auch vor dem Hintergrund, dass Kims Zukunft über den Sommer hinaus nicht vollständig geklärt ist.

Sollte der Südkoreaner nach der Saison neu bewerten, wie seine Rolle aussieht, könnte sich der Bedarf erneut verschieben. In diesem Szenario würde ein Spieler wie Jacquet, der langfristig aufgebaut werden kann und bereits auf hohem Niveau performt, ins Profil passen. Klar ist aber auch: Ein Transfer in dieser Größenordnung wäre ein echtes Statement und – zumindest bei der Ablöse – deutlich teurer als die ursprünglich angedachte Guéhi-Lösung.

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