Der FC Bayern dominiert sportlich, doch einzelne Personalien sorgen weiter für Diskussionen. Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann hat nun eine klare Meinung zur Zukunft von Harry Kane geäußert. Seine Aussagen geben Einblick in eine andere Sicht auf die Rolle des Torjägers.
Im exklusiven Interview mit der AZ äußert sich Hamann deutlich zur Vertragssituation des Mittelstürmers, dessen Kontrakt beim FC Bayern München noch bis 2027 läuft. „Für mich wäre eine Verlängerung mit Kane aktuell kein Thema“, stellt der 52-Jährige klar. Der Engländer werde im Juli 33, zudem sei unklar, wie lange er sein hohes Tor-Niveau noch halten könne.
Hamann nimmt dabei vor allem Kanes Rolle auf dem Platz in den Fokus. „Kane spielt mittlerweile eine andere Rolle, lässt sich tiefer fallen“, erklärt der TV-Experte und sieht darin einen möglichen Grund zur Sorge. Der Stürmer komme seltener im Strafraum zum Abschluss, was laut Hamann nicht seinem eigentlichen Profil entspreche.
Kane-Rolle als Problem gegen Topteams?

Aus seiner eigenen Erfahrung heraus findet der frühere Bayern-Profi klare Worte: „Als Trainer und Bayern-Fan würde mir das ein bisschen Sorge bereiten, wie er spielt, weil das nicht seine Aufgabe ist.“ Topstürmer der vergangenen Jahrzehnte hätten ihre Energie fast ausschließlich in der Offensive eingesetzt. Das intensive Laufpensum, das Kane derzeit absolviere, könne sich in entscheidenden Phasen rächen.
Hamann geht sogar noch einen Schritt weiter und stellt die Systemfrage. „Wenn du Arsenal, Paris, Liverpool oder Real schlagen willst, brauchst du Kane ganz vorne, um die Tore zu schießen“, betont er. Ob diese Spielweise dem Trainerteam um Vincent Kompany gefalle, wisse er nicht – ihm selbst gefalle sie jedenfalls nicht.
Zuvor hatten die Bayern intern allerdings ein anderes Bild gezeichnet. Klubintern gilt Kane weiterhin als klarer Fixpunkt der Kaderplanung, externe Alternativen für das Sturmzentrum spielten zuletzt keine Rolle. Auch Kanes persönliche Zufriedenheit in München wurde mehrfach als wichtiger Faktor hervorgehoben. Der Kapitän der englischen Nationalmannschaft soll einer Verlängerung beim Rekordmeister offen gegenüberstehen.
