Nach dem 5:1-Erfolg bei RB Leipzig fand Bayern-Trainer Vincent Kompany deutliche Worte. Trotz des klaren Ergebnisses legte der Coach den Fokus auf die schwache erste Halbzeit und übernahm die Verantwortung.
Der Tabellenführer aus München zeigte nach der Pause eine dominante Leistung, doch zur Halbzeit lag der Rekordmeister in Leipzig noch mit 0:1 zurück. Kompany übte deutliche Selbstkritik: „Die haben uns richtig Probleme verursacht in der ersten Halbzeit. Die waren klar besser“, betonte dieser am Mikrofon von Sky.
Seine Mannschaft sei in den Zweikämpfen zu passiv gewesen, über die Flügel habe Leipzig gefährliche Akzente gesetzt. „Und auch im Mittelfeld viele Bälle gewonnen“, so der 39-Jährige weiter.
In der Kabine forderte der Bayern-Coach eine Reaktion – und bekam sie. „Zweite Halbzeit, mein Gott, also was die Jungs gebracht haben.“ Kompany hob insbesondere die Laufbereitschaft hervor: „Ich glaube, die sind sechs Kilometer mehr gelaufen als die Gegner in der zweiten Halbzeit.“ Taktische Feinheiten rückten dabei in den Hintergrund. „Das war pur, pur alte Schule. Mentalität. Laufen, kämpfen, grätschen, nach vorne gehen.“
Kompany nimmt Karl und Bischof in Schutz

Die entscheidende Botschaft in der Halbzeitpause: Mut statt Vorsicht. „Ich möchte keine Angst haben. […] Wir sind ohne Angst weitergegangen.“ Dass seine Mannschaft das Spiel mit fünf Treffern drehte, wertete Kompany als Zeichen der Mentalität – ohne dabei die erste Halbzeit zu beschönigen.
Ein besonderes Augenmerk legte Kompany auf die Rolle seiner Youngster. Das Gegentor in Durchgang eins wollte er nicht auf Tom Bischof oder Lennart Karl schieben, sondern auf seine eigene Formationsumstellung: „Ich würde sogar sagen, mein Fehler, eher als der beiden Jungs.“ Der 17-jährige Karl hatte vor dem 0:1 seine Position verlassen und damit die Lücke geöffnet – aus Sicht des Trainers ein klassischer Erfahrungsfehler: „Normalerweise, mit ein wenig mehr Erfahrung weiß Lenny, dass er da nicht herauskommen muss.“
