Olise und Díaz wie „Robbery“? Das sagen Ribéry und Robben

Tim Schoster

Beim FC Bayern sorgt ein starkes Flügelduo für Furore. Michael Olise und Luis Díaz lassen Erinnerungen an die legendäre „Robbery“-Zeit aufleben. Nun melden sich Franck Ribéry und Arjen Robben selbst zu Wort.

Mehr als sechs Jahre nach dem Abschied von Arjen Robben und Franck Ribéry erlebt der deutsche Rekordmeister eine Renaissance auf den Außenbahnen. Mit Michael Olise und Luis Díaz hat sich in München ein Duo etabliert, das in den vergangenen Wochen mit Tempo, Technik und Zielstrebigkeit glänzt. Beim 8:1-Erfolg gegen Wolfsburg überzeugten beide mit Scorerpunkten, beim 5:1 in Leipzig setzte Olise nach seiner Einwechslung neue Impulse. Für viele Fans Grund genug, Parallelen zur Ära der einstigen Flügelstars zu ziehen.

Nun äußerte sich auch Ribéry selbst im Rahmen des Legends Cup zur Entwicklung seines Ex-Klubs. Der Franzose, der zwischen 2007 und 2019 das Bayern-Spiel prägte, zeigte sich erfreut über den neuen Schwung auf den Flügeln, warnte jedoch vor vorschnellen Vergleichen: „Ich glaube, man muss diese Zeit loslassen. Jetzt sind neue Spieler da.“ Speziell auf Michael Olise angesprochen sagte Ribéry: „Er ist noch jung, aber er hat schon letzte Saison gezeigt, was er kann. Er muss so weitermachen.“

Auch Arjen Robben sieht die Diskussionen um ein mögliches neues „Robbery“ kritisch. Der Niederländer erklärte ebenfalls im Rahmen des Legends Cup: „Ich mag solche Vergleiche überhaupt nicht. Zu meiner Zeit wurden wir auch ständig mit anderen Spielern verglichen.“ Für ihn stehe nicht der Vergleich, sondern der Moment im Vordergrund: „Das Wichtigste ist, dass sie im Moment sehr wichtig für die Mannschaft sind. Wenn das Kollektiv funktioniert, können einzelne Spieler vorne den Unterschied machen.“

Olise, der im Sommer 2024 von Crystal Palace nach München wechselte, beeindruckt seit Wochen mit mutigen Eins-gegen-eins-Aktionen, kreativen Lösungen und starkem Zug zum Tor. Für Sportvorstand Max Eberl ist der Rechtsaußen bereits „ein Stück weit der neue Robben“. Auch Luis Díaz sorgt auf der linken Seite für Wirbel und bringt mit seiner Unberechenbarkeit eine Note ins Spiel, die Ribéry einst selbst verkörperte.

Ribéry fordert: „Nicht zu viel Druck ausüben“

Michael Olise, Luis Diaz
Foto: IMAGO

Ribéry sieht in Olise großes Potenzial, mahnt jedoch zur Geduld: „Man sieht, dass er ohne Angst spielt. Wenn er fit ist, hat er viel Selbstvertrauen. Wenn Kopf und Körper stimmen, ist es für ihn mit dem Ball sehr leicht.“ Gleichzeitig betont der 42-Jährige, wie wichtig ein behutsamer Umgang sei: „Man darf aber nicht zu viel Druck auf ihn ausüben. Er ist noch jung und hat noch viel Entwicklung vor sich.“

Trainer Vincent Kompany sieht das ähnlich. Auch er lobte die Leistungen seines Flügelduos, trat aber gleichzeitig auf die Euphoriebremse. Robben und Ribéry hätten über viele Jahre hinweg Titel gewonnen und seien zurecht Legenden des Vereins. Diese Marke müsse erst einmal erreicht werden.

Mit Blick auf die aktuellen Auftritte scheint jedoch klar: Der FC Bayern profitiert spürbar vom Flügelspiel. Olise und Díaz prägen das Münchner Spiel, bringen Dynamik und Kreativität und lassen die Fans träumen. Auch Harry Kane, mit 21 Treffern aktuell Toptorjäger der Bundesliga, lobte das Duo und sieht es „auf dem richtigen Weg“.

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