Bayern-Star Harry Kane träumt von historischer März-Meisterschaft

Tim Schoster

Der FC Bayern marschiert in der Bundesliga mit einer Dominanz, die selbst für Münchner Verhältnisse außergewöhnlich ist. Nach 18 Spieltagen liegt der Rekordmeister satte elf Punkte vor Borussia Dortmund, zuletzt setzte es ein eindrucksvolles 5:1-Auswärtssignal bei RB Leipzig. Einer, der längst nicht mehr nur an das nächste Spiel denkt, ist Harry Kane. Der englische Torjäger hat die Meisterschale fest im Blick – und das möglichst früh.

„Ich werde mich nicht beschweren, wenn wir die Liga schon im März oder April gewinnen“, erklärte der 32-Jährige nach dem Auftritt in Leipzig selbstbewusst. Worte, die zeigen, wie groß das Vertrauen in die eigene Mannschaft mittlerweile ist. Und sie sind alles andere als unrealistisch. Schon einmal machte der FC Bayern sehr früh alles klar: In der Saison 2013/14 wurde der Titel am 27. Spieltag fixiert. Damals reichten 77 Punkte, Dortmund war chancenlos. Ein ähnliches Szenario zeichnet sich auch in dieser Spielzeit ab.

Sollten die Bayern ihren aktuellen Schnitt halten, könnten sie Ende März im Heimspiel gegen Union Berlin rechnerisch erneut Meister werden. Der Vorsprung ist komfortabel, die Form beeindruckend – und die Konkurrenz wirkt derzeit nicht in der Lage, ernsthaft Druck aufzubauen.

Neuer als Faktor der Dominanz

Manuel Neuer
Foto: IMAGO

Ein zentraler Baustein dieses Bayern-Laufs ist auch Manuel Neuer. Der 39-Jährige zeigte in Leipzig eine Leistung, die seine Bedeutung einmal mehr unterstrich. In einer heiklen Phase parierte er gegen Yan Diomande glänzend und verhinderte den möglichen Ausgleich. Für Kane steht fest, wie wertvoll sein Kapitän ist. „Er ist ein wahres Vorbild, ein Matchwinner. Er hat uns im Spiel gehalten und in einer kritischen Situation gehalten, damit wir in Führung bleiben“, lobte der Stürmerstar.

Gerade in Spielen, in denen der FC Bayern nicht von Beginn an alles kontrolliert, ist Neuer der Faktor, der Stabilität garantiert. Seine Präsenz gibt der Mannschaft Sicherheit – und ermöglicht es den Offensivkräften, geduldig auf ihre Chancen zu warten.

Rückstände schrecken diese Bayern nicht

Dass die Münchner selbst Rückschläge problemlos wegstecken, ist längst kein Zufall mehr. Gegen Leipzig geriet man erneut ins Hintertreffen, drehte die Partie nach der Pause jedoch eindrucksvoll. Ein Muster, das sich durch die Saison zieht. In acht der letzten zwölf Pflichtspiele lag der FC Bayern zunächst zurück – und gewann dennoch.

Sportvorstand Max Eberl kommentierte diese Statistik mit einem trockenen Satz: „Und? Wie sind die Spiele ausgegangen?“ Die Antwort liefert die Tabelle. In der Bundesliga ist der Rekordmeister weiterhin ungeschlagen, einzig in der Champions League setzte es eine Niederlage gegen den FC Arsenal.

Diese Widerstandsfähigkeit ist kein Zufallsprodukt. Sie ist das Ergebnis einer Mannschaft, die an sich glaubt und physisch wie mental auf höchstem Niveau agiert. Besonders auffällig war das in Leipzig. In der zweiten Halbzeit liefen die Bayern sechs Kilometer mehr als der Gegner – ein Wert, der sinnbildlich für den Willen steht, Spiele nicht nur zu gewinnen, sondern zu dominieren.

Kane als Symbol des neuen Selbstverständnisses

Kane verkörpert dieses Selbstverständnis wie kaum ein anderer. Tore, Führungsstärke, Klarheit in den Aussagen – der Engländer weiß, was er will. Und er weiß, dass diese Bayern-Mannschaft Historisches erreichen kann. Nicht nur mit Blick auf Punkte und Tore, sondern auch mit einer möglichen Meisterentscheidung zu einem Zeitpunkt, an dem andere noch rechnen.

„In Summe sind wir dann halt so stabil und so stark, dass wir die Spiele auch in der Höhe gewinnen können“, erklärte Eberl treffend. Genau diese Mischung aus Qualität, Mentalität und Fitness macht den FC Bayern aktuell so schwer zu stoppen.

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