Bayern-Transfers: Matthäus sieht Irrtum bei Kane

Sebastian Mittag

Lothar Matthäus sieht den FC Bayern personell inzwischen deutlich besser aufgestellt als noch zu Saisonbeginn – und widerspricht dabei einer früheren Einschätzung von Harry Kane.

Nach Ansicht des Rekordnationalspielers war die damalige Sorge des Bayern-Stürmers über einen zu kleinen Kader ein Irrtum.

Am Rande des Legends Cup 2026 ordnete Matthäus die Situation neu ein und verwies dabei vor allem auf die Rückkehr von Jamal Musiala. „Der Kader wird in der Breite noch besser (durch Musialas Comeback; Anm. d. Red.). Harry Kane hat da nicht ganz den Überblick gehabt, aber er kannte ja auch nicht die Spieler vom Campus. Er hat ja gesagt, der Kader ist zu klein. Meiner Meinung nach war der Kader von Anfang an passend“, erklärte Matthäus deutlich.

Damit stellt sich der 64-Jährige klar gegen die Aussagen, die Kane im vergangenen Sommer öffentlich gemacht hatte. Der englische Nationalspieler hatte Mitte August nach dem Gewinn des Supercups gegen den VfB Stuttgart Zweifel an der Kaderbreite geäußert und für Aufsehen gesorgt.

Kane sprach kleinen Bayern-Kader an

„Es ist einer der kleinsten Kader, in dem ich je gespielt habe. Wir sind ein bisschen dünn aufgestellt, wenn wir ehrlich sind – aber aus unserer Sicht, können wir, die Spieler, das nicht beeinflussen“, hatte Kane damals gesagt. Seine Worte wurden als indirekter Appell an die sportliche Führung verstanden, noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv zu werden.

Aus damaliger Sicht waren Kanes Bedenken zumindest nachvollziehbar. Kurz zuvor hatte Kingsley Coman den Verein verlassen und war zu Al-Nassr nach Saudi-Arabien gewechselt. Jamal Musiala stand nach seinem Wadenbeinbruch bei der Klub-WM nicht zur Verfügung, mehrere junge Spieler vom Campus galten noch nicht als echte Alternativen für die erste Mannschaft. Auch Lennart Karl spielte zu diesem Zeitpunkt sportlich noch keine Rolle auf Top-Niveau.

Kane erhöhte seinerzeit sogar öffentlich den Druck auf die Verantwortlichen. „Das liegt an Max (Eberl – Sportvorstand; Anm. d. Red.), Christoph (Freund; Anm. d. Red.) und dem Trainer (Vincent Kompany; Anm. d. Red.), diese Art von Entscheidungen zu treffen“, sagte der Angreifer mit Blick auf mögliche weitere Transfers.

Talent-Boom und Rückkehr von Musiala beim FCB

Aus heutiger Sicht bewertet Matthäus die Situation jedoch anders. Die Entwicklung mehrerer junger Spieler sowie Musialas Rückkehr hätten gezeigt, dass der Kader von Beginn an ausreichend geplant gewesen sei. Gerade die Akteure vom Campus hätten sich unter Vincent Kompany schneller entwickelt als viele erwartet hätten.

Der frühere Bayern-Kapitän sieht darin auch einen Beleg für die Arbeit des Trainers und der sportlichen Leitung. Statt hektisch auf dem Transfermarkt nachzulegen, habe man auf interne Lösungen gesetzt – mit Erfolg. Die aktuelle personelle Breite sei aus seiner Sicht kein Zufall, sondern das Ergebnis einer klaren Strategie.

Für Matthäus steht daher fest: Kanes damalige Einschätzung war verständlich, aber rückblickend nicht zutreffend. Mit der aktuellen Kaderstruktur sieht er den FC Bayern für die kommenden Aufgaben besser gerüstet denn je.

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