Der FC Bayern hat sportlich einen Traumstart in die Rückrunde hingelegt, personell jedoch bleibt die Lage angespannt. Besonders auf der Rechtsverteidigerposition spitzt sich die Situation weiter zu. Beim 5:1-Erfolg gegen RB Leipzig musste Tom Bischof auf einer für ihn ungewohnten Position aushelfen – ein deutliches Zeichen dafür, wie dünn die Personaldecke in der Defensive aktuell ist. Auch mit Blick auf das anstehende Champions-League-Spiel gegen Union Saint-Gilloise bleibt Trainer Vincent Kompany kaum eine andere Wahl, als erneut kreativ zu werden.
Am Montagvormittag arbeiteten Konrad Laimer und Josip Stanisic getrennt von der Mannschaft an ihrem Comeback. Beide Defensivspezialisten absolvierten individuelle Einheiten auf dem Fahrrad und Laufband, um nach ihren Verletzungen Schritt für Schritt zurückzukehren. Laut Sky haben beide bereits „erste kleine Reha-Fortschritte gemacht.“
Laimer laboriert an einem Muskelfaserriss, Stanisic kämpft sich nach einer Sprunggelenksverletzung zurück. Auch Sacha Boey befindet sich weiterhin im Aufbautraining nach seinem hartnäckigen Magen-Darm-Infekt und steht weiterhin nicht zur Verfügung.
Wie die tz berichtet, bekamen Laimer und Stanisic während ihrer Einheit Besuch von Cheftrainer Vincent Kompany. Rund zehn Minuten nahm sich der Belgier Zeit für seine angeschlagenen Spieler – ein Zeichen der Wertschätzung, aber auch der aktuellen Dringlichkeit. Beide sollen im Februar wieder eine Option für den Spielbetrieb sein.
Rechtsverteidiger bleibt Problemzone

Die Konsequenz: Kompany muss weiter improvisieren. Gegen Leipzig fiel die Wahl auf Tom Bischof, der seine Stärken bislang vor allem im zentralen Mittelfeld gezeigt hat. Auf der rechten Abwehrseite offenbarte der Youngster jedoch Schwierigkeiten, was die ohnehin angespannte Lage nicht entschärfte. Für die Partie gegen Saint-Gilloise gilt daher als wahrscheinlich, dass Joshua Kimmich erneut auf der rechten Seite aushelfen muss – eine Rolle, die er sowohl beim FC Bayern als auch in der Nationalmannschaft bereits kennt.
Kompany hatte diese Flexibilität bereits angedeutet. „Alles ist eine Option. Jeder kann gefragt sein, um auf einer anderen Position auszuhelfen“, erklärte der Bayern-Coach. Die Aussage passt zur aktuellen Situation, in der weniger Idealbesetzungen als vielmehr funktionierende Lösungen gefragt sind. Dass Bischof in Leipzig kein Bewerbungsschreiben für die Rechtsverteidigerposition ablieferte, dürfte Kompanys Überlegungen zusätzlich beeinflussen.
Links hinten kehrt Entspannung ein
Während sich rechts die Sorgen häufen, entspannt sich die Lage auf der linken Abwehrseite allmählich. Hiroki Ito präsentierte sich zuletzt stabil und gilt für das Champions-League-Spiel als erster Kandidat für die Startelf. Auch Alphonso Davies ist wieder einsatzbereit. Der Kanadier, der nach einem überstandenen Kreuzbandriss zuletzt mit einer Erkältung pausieren musste, feierte in Leipzig sein Comeback und bringt Kompany zusätzliche Optionen.
Diese Entwicklung kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt. Mit einem Sieg im letzten Heimspiel der Ligaphase gegen Union Saint-Gilloise könnten die Bayern das Achtelfinalticket bereits fixieren und die kräftezehrenden Playoffs umgehen. Umso größer ist der Fokus darauf, die personellen Engpässe möglichst kompensiert zu bekommen.
Der FC Bayern steht damit vor einer bekannten, aber heiklen Aufgabe: maximale Leistung trotz begrenzter Optionen. Dass Kompany selbst angeschlagene Spieler im Reha-Prozess persönlich begleitet, unterstreicht den Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft. Kurzfristig bleibt jedoch klar: Auf der rechten Abwehrseite wird weiter improvisiert – in der Hoffnung, dass Laimer, Stanisic und Boey bald wieder voll angreifen können.
