Max Eberl hat beim FC Bayern früh gelernt, dass dieser Klub anders funktioniert als viele andere Stationen seiner Karriere. Große Erwartungen, ein permanenter medialer Fokus und ein Umfeld, das kaum Fehler verzeiht, prägten seine ersten Monate an der Säbener Straße. Umso bemerkenswerter fällt nun die Offenheit aus, mit der der Sportvorstand seine persönliche Situation und die Entwicklung des Rekordmeisters einordnet.
Im Gespräch mit Sky machte Eberl deutlich, woran er sich in turbulenten Phasen orientiert hat. „Ich glaube an das Credo von Vinnie, don’t believe the hype, don’t believe the drama, das ist das, was mich im Grunde immer wieder bewegt“, erklärte der 52-Jährige. Für ihn sei es entscheidend gewesen, sich nicht von äußeren Einflüssen treiben zu lassen, sondern Ruhe zu bewahren und den Fokus auf die eigene Arbeit zu legen.
Diese Haltung habe auch die Entscheidungsfindung geprägt. „Am langen Ende haben wir Entscheidungen getroffen, von denen wir überzeugt waren“, sagte Eberl. Dabei sei es nie um kurzfristige Effekte oder eine schnelle Beruhigung der öffentlichen Debatte gegangen. Vielmehr habe er immer wieder betont, „von dem Weg gesprochen“, den der FC Bayern einschlagen wolle. Ein Weg, der Zeit brauche, aber nachhaltig sein solle.
Beste Hinrunde als Beleg
Dass dieser Ansatz Früchte trägt, sieht Eberl vor allem in der sportlichen Entwicklung der Mannschaft. „Die Mannschaft hat, glaube ich, in der Hinrunde eindrucksvoll gezeigt, dass wir da auf einem richtig guten Weg sind“, erklärte er selbstbewusst. Die Zahlen geben ihm recht. „Wir haben die beste Hinrunde aller Zeiten in der Bundesliga gespielt“, stellte Eberl klar.
Für den Sportvorstand ist diese Bestmarke mehr als nur Statistik. Sie ist Ausdruck einer funktionierenden Struktur, klarer Abläufe und einer Mannschaft, die den eingeschlagenen Kurs angenommen hat. Entsprechend positiv fällt auch sein persönliches Fazit aus. „Dementsprechend geht es mir sehr, sehr gut und ich freue mich auf diese Spitzenspiele“, sagte Eberl und ließ durchblicken, dass die anfängliche Anspannung gewichen ist.
Weniger Lärm, mehr Leistung

Besonders zufrieden zeigt sich Eberl mit der Entwicklung rund um den Klub. „Ich glaube dann kann man als Angestellter des Vereins einfach glücklich sein, wie sich der FC Bayern in den letzten Monaten präsentiert“, erklärte er. Dabei gehe es nicht nur um Ergebnisse, sondern um das Gesamtbild. „Auf und außerhalb des Platzes, weniger Schlagzeilen außerhalb, mehr Schlagzeilen und zwar positive auf dem Platz“, so der Bayern-Boss.
Diese Veränderung sei auch für Außenstehende sichtbar. „Ich glaube auch der neutrale Zuschauer erkennt diese Leistung des FC Bayern an, nicht nur die Serie, sondern die Art und Weise, wie die Mannschaft spielt: mit Leidenschaft, mit Freude, mit Disziplin und einem ganz großen Zusammenhalt“, sagte Eberl. Genau diese Attribute sieht er als Grundlage für nachhaltigen Erfolg.
Kaderarbeit als Schlüssel
Ein zentraler Baustein dieser neuen Stabilität ist für Eberl die konsequente Personalpolitik. „Es hat alles funktioniert, die Einkäufe funktionieren, es sind Spieler verkauft worden, die vielleicht auch weg mussten, um hier neue Dynamik reinzubringen“, erklärte er offen. Ziel sei es gewesen, nicht nur Qualität zu sichern, sondern Strukturen zu verändern und neue Impulse zu setzen.
Dabei gehe es auch um Hierarchien innerhalb der Mannschaft. „Um auch die neue Hierarchie, um neue Ansätze einzubringen“, so Eberl. Der FC Bayern habe sich in den vergangenen Monaten nicht neu erfunden, aber gezielt weiterentwickelt – sportlich wie organisatorisch.
Die Worte des Sportvorstands zeigen: Eberl fühlt sich angekommen in München. Der eingeschlagene Weg trägt, die Mannschaft liefert, die Ruhe kehrt zurück. Und genau das ist beim FC Bayern oft die wichtigste Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg.
