Hoeneß reagiert auf Karls Real-Fauxpas: „Er muss einfach aufpassen“

Vjekoslav Keskic

Die Aussagen von Lennart Karl über einen möglichen Wechsel zu Real Madrid hatten zuletzt hohe Wellen rund um den FC Bayern geschlagen. Der 17-Jährige hatte bei einer Fanklub-Veranstaltung offen darüber gesprochen, irgendwann in seiner Karriere einmal für den spanischen Topklub spielen zu wollen. In der Fanszene sorgte das für Diskussionen, teils auch für Irritation. Nun hat sich erstmals auch Ehrenpräsident Uli Hoeneß selbst zu Wort gemeldet – und überraschend viel Gelassenheit gezeigt.

Beim Legends-Cup des FC Bayern im Münchner SAP Garden, bei dem Vereinsikonen wie Franck Ribéry, Arjen Robben, Lothar Matthäus oder Jürgen Klinsmann für den Rekordmeister aufliefen, verfolgte Hoeneß das Geschehen aus nächster Nähe. Auch wenn am Ende Borussia Dortmund das Turnier für sich entschied, nutzte der langjährige Bayern-Macher die Bühne, um im Gespräch mit MagentaTV auf aktuelle Themen rund um den Klub einzugehen.

Hoeneß nimmt Karl in Schutz

Lennart Karl
Foto: IMAGO

Auf die Real-Madrid-Aussagen von Lennart Karl angesprochen, blieb Hoeneß bemerkenswert entspannt. Der 74-Jährige machte deutlich, dass er in den Worten des Bayern-Juwels kein Problem sieht. „Das dürfen junge Spieler machen. Sie müssen einfach aufpassen in der heutigen Medienlandschaft, dass sie es nicht übertreiben und ansonsten ist das für mich überhaupt kein Problem“, erklärte Hoeneß.

Hoeneß nimmt Karl in Schutz

Damit stellte der Ehrenpräsident klar, dass Träume und Ambitionen junger Spieler für ihn Teil des Entwicklungsprozesses sind – solange sie nicht zur Ablenkung werden. Gerade in einer Zeit, in der jede Aussage sofort medial verstärkt wird, sei Fingerspitzengefühl gefragt. Eine Grundsatzkritik an Karl oder dessen Einstellung ließ Hoeneß jedoch nicht erkennen.

Vielmehr betonte er seine Freude darüber, dass es mit Lennart Karl wieder ein Eigengewächs geschafft hat, sich beim FC Bayern nachhaltig in der ersten Mannschaft zu etablieren. Der Offensivspieler ist in dieser Saison längst mehr als nur ein Ergänzungsspieler und gehört mittlerweile zum festen Kreis der Stammkräfte.

Karl stand in 16 der bisherigen 18 Spiele auf dem Platz

Die Zahlen untermauern diese Entwicklung. Lennart Karl stand in 16 der bisherigen 18 Bundesliga-Spiele auf dem Platz. Darüber hinaus sammelten mit Cassiano Kiala, Wisdom Mike oder David Daiber weitere Talente erste Minuten in der höchsten deutschen Spielklasse. Eine Entwicklung, die beim FC Bayern lange als schwierig galt und nun wieder sichtbar Fahrt aufnimmt.

Vor diesem Hintergrund wirken Karls Aussagen über Real Madrid in einem anderen Licht. Sie sind weniger als Abkehr vom FC Bayern zu verstehen, sondern vielmehr als Ausdruck eines jungen Spielers, der groß denkt und ambitioniert ist. Genau diese Ambition scheint beim Rekordmeister aktuell nicht gebremst, sondern in ein funktionierendes Gesamtkonstrukt eingebettet zu werden.

Hoeneß mit klarem Signal an den FC Bayern

Hoeneß’ Worte senden dabei ein klares Signal: Der FC Bayern muss keine Angst vor Träumen seiner Talente haben – solange sie Leistung bringen, Verantwortung übernehmen und den Verein im Hier und Jetzt voranbringen. Lennart Karl tut genau das. Alles Weitere ist Zukunftsmusik.

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