Lahm über WM-Nominierung von Karl: „Warum soll man ihn nicht mitnehmen?“

Sebastian Mittag

Philipp Lahm kann sich eine WM-Nominierung von Lennart Karl sehr gut vorstellen. Der frühere Bayern-Kapitän und Weltmeister von 2014 stellte am Rande des Legends Cup klar, dass Alter im Nationalteam keine Rolle spielen dürfe – entscheidend sei allein die Leistung.

„Wenn er regelmäßig auf diesem Niveau beim FC Bayern spielt, ist jeder Spieler ein Kandidat für die Nationalmannschaft. Da gibt es kein ‚zu jung‘ oder ‚zu alt‘. Sondern wenn einer kontinuierlich Leistung bringt über einen längeren Zeitraum, dann hat er die Berechtigung, in der Nationalmannschaft zu spielen“, erklärte Lahm mit Blick auf den erst 17-jährigen Offensivspieler.

Damit stärkt der 41-Jährige dem Bayern-Juwel deutlich den Rücken. Für Lahm geht es im Vorfeld einer Weltmeisterschaft vor allem darum, frühzeitig eine klare Hierarchie zu entwickeln. „Wir sind Deutschland. Wir müssen eine Mannschaft finden im Vorfeld der Weltmeisterschaft, wo man weiß: Das ist unsere Mannschaft, das sind unsere elf, zwölf, dreizehn Spieler, die das Ruder herumreißen müssen, die die Verantwortung übernehmen für Erfolg und Misserfolg“, so Lahm weiter.

Weltmeister Lahm: „Das muss Julian Nagelsmann finden“

Gerade in diesem Zusammenhang sieht der ehemalige DFB-Kapitän keinen Grund, warum ein Spieler wie Karl außen vor bleiben sollte, wenn die Leistungen stimmen. „Ich glaube, das braucht man. Das muss Julian Nagelsmann finden, und dann haben wir immer einen Kader, der weit kommen kann im Turnier, aber das muss man immer beweisen dann erstmal“, sagte Lahm über die Aufgabe des Bundestrainers.

Zugleich betonte er, dass große Namen allein nicht über den Erfolg entscheiden. „Wir haben international anerkannte Spieler. Aber man muss immer sehen: Was passiert in diesem Turnier? Und wie findet sich die Mannschaft und bringt sie die Leistung in den entscheidenden Spielen?“, erklärte Lahm.

Matthäus plädierte für Karl-Nominierung

Karl steht damit nicht nur beim FC Bayern, sondern zunehmend auch im DFB-Umfeld im Fokus. Bereits zuletzt hatte sich Lothar Matthäus öffentlich für eine WM-Nominierung des Youngsters ausgesprochen und betont, dass Karl Fähigkeiten mitbringe, die im deutschen Kader selten seien. Nun erhält diese Einschätzung prominente Unterstützung.

Der Offensivspieler hat sich in den vergangenen Wochen unter Vincent Kompany immer mehr Spielzeit erarbeitet und mit Toren sowie starken Auftritten auf sich aufmerksam gemacht.

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