„Mag ich überhaupt nicht“: Robben reagiert auf Olise-Díaz-Vergleiche

Vjekoslav Keskic

Michael Olise und Luis Díaz haben sich beim FC Bayern in kürzester Zeit zu einem der spannendsten Flügel-Duos Europas entwickelt. Tempo, Durchschlagskraft, Spielfreude – die neue Bayern-Flügelzange erinnert viele Fans und Experten an das legendäre Duo Arjen Robben und Franck Ribéry. Genau dieser Vergleich wird derzeit immer häufiger bemüht. Einer der beiden Namensgeber von „Robbery“ selbst kann damit allerdings wenig anfangen.

Am Rande des Legends Cups in München äußerte sich Arjen Robben klar zu den Parallelen zwischen damals und heute. „Zu meiner Zeit haben sie uns auch mit anderen Spielern verglichen, ich mag das überhaupt nicht“, stellte der Niederländer unmissverständlich klar. Für Robben ist entscheidend, dass jeder Spieler für sich steht. „Jeder Spieler ist einzigartig, jeder hat seine eigenen Qualitäten, seine eigene Persönlichkeiten“, betonte der frühere Bayern-Star.

Lob ohne Vergleich

Trotz seiner Ablehnung der Vergleiche ließ Robben keinen Zweifel daran, dass er die aktuelle Entwicklung beim FC Bayern sehr aufmerksam verfolgt. Gemeinsam mit Franck Ribéry hatte er die Bundesliga über Jahre geprägt und eine Ära definiert. Nun sieht er mit Olise und Díaz ein Duo heranwachsen, das der Mannschaft aktuell enormen Mehrwert liefert.

„Das Wichtigste ist, dass sie im Moment sehr wichtig sind für die Mannschaft“, erklärte Robben. Genau darauf komme es an – nicht auf nostalgische Rückblicke oder Etiketten. Auch Franck Ribéry äußerte sich wohlwollend, blieb dabei jedoch bewusst sachlich. „Er ist noch jung, er macht es schon sehr gut und muss so weitermachen. Wenn er so spielt, sind wir zufrieden“, sagte der Franzose mit Blick auf Michael Olise.

Lahm mahnt: Titel entscheiden den Maßstab

Ähnlich ordnete auch Philipp Lahm die Situation ein. Der langjährige Bayern-Kapitän lobte die Leistungen der beiden Flügelspieler, wollte sich aber ebenfalls nicht auf direkte Vergleiche einlassen. Olise und Díaz „machen ihre Sache überragend“, so Lahm, schränkte jedoch ein: „Ich weiß nicht, ob man sie vergleichen kann, am Ende kommt es auf Titel an und da können wir mal abwarten, was da rauskommt.“

Ein Satz, der gut zur aktuellen Lage passt. Der FC Bayern dominiert die Bundesliga, ist nach 18 Spieltagen weiterhin ungeschlagen und steuert klar auf den nächsten Meistertitel zu. Auch international präsentiert sich die Mannschaft von Vincent Kompany in beeindruckender Verfassung.

Robben sieht Bayern auf Titelkurs

Robben selbst zeigte sich beeindruckt vom Gesamtbild des Rekordmeisters. „Man sieht, dass das eine richtige Einheit ist“, schwärmte der Niederländer. Für ihn ist genau das der Schlüssel zum Erfolg – mehr noch als einzelne Namen oder Positionen. Auch in der Champions League traut er seinem Ex-Klub Großes zu. „Das ist aber noch weit weg, das Wichtigste ist, dass die Mannschaft gesund bleibt“, mahnte Robben jedoch zur Vorsicht.

In der Königsklasse haben die Bayern bislang fünf von sechs Spielen gewonnen, einzig gegen den FC Arsenal setzte es eine Niederlage – die bislang einzige Pflichtspielpleite der Saison 2025/26. Am Mittwoch wartet mit Union Saint-Gilloise der belgische Meister auf den Rekordmeister.

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